• 12. April 2014

ALLE ZEIT DER WELT

Das Achtung Berlin Festival überrascht dieses Jahr mit einer
Retrospektive. Regina Kräh hat gemeinsam mit den Festivalleitern ein
ungewöhnliches Filmprogramm zusammengestellt. Filmemacher sollten öfter an der
Programmierung von Retrospektiven mitwirken. Thema der Retro sind die 90er
Jahre in Berlin. Und da gibt es für die, die die Filme nicht kennen, einiges zu entdecken, für die anderen ein
freudiges Wiedersehen: OSTKREUZ von Michael Klier, CHRONIK DES REGENS von
Michael Freerix, DIE BLAUE STUNDE von Marcel Gisler… ein spannendes
Kurfilmprogramm und den für mich schönsten Film über Berlin: ALLE ZEIT DER WELT
von Matl Findel. Vielleicht musste ein Allgäuer nach Berlin kommen, um diese in
Filmen oft so unsinnliche Stadt ganz leicht und geheimnisvoll erscheinen zu lassen.

Das liegt natürlich an den Menschen, die da zu sehen und zu hören sind: Jockel
Tschiersch, Josefa van der Schoot, Ruth Vaughn, Ivana Broukova, Matthew Burton und ein tibetischer
Hirtenhund, der in seinem letzten Leben möglicherweise auch Mensch war. Man
merkt, dass der Film für sie gemacht ist und nicht umgekehrt.
Unnachahmlich schön, wie Matl Findel mit Dialog und Voice
Over arbeitet. Und dabei sehr, sehr lustig.

Unbedingt anschauen!
Der Film läuft noch zwei Mal: 
Morgen,
um 0.15 Uhr in den Tilsiter Lichtspielen und am 
Dienstag um 18.00 Uhr im
Babylon 3
(Eingestellt von Franz)

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Freddy

    Danke für den Tipp! Ich hoffe, ich hab mal Gelegenheit, den Streifen anzusehen. Ich mag Berlin-Filme und von Jockel Tschiersch bin ich auch schon länger Fan. Der kommt immer authentisch rüber, find ich. Egal ob als Roland Hefele im Fernseh-Krimi oder als Sporttrainer in der Interwetten-Werbung! LG

  2. caro_berlin

    Danke für den Hinweis! Ich hab ihn Samstag wiedergesehen und möchte Deine Worte unterstreichen. So ein wunderbarer Film, er hat mich Ende der 1990-er schon begeistert und jetzt wieder. Überraschenderweise gibt es Ecken in Berlin, die sich kaum verändert haben: Um den Lausitzer Platz herum zum Beispiel. Im Gegenzug gibt es eine kurze Stelle, ganz am Anfang, wo heute alles anders ist: Einfahrt mit dem Zug durch die Gegend zum Bahnhof Zoo, "dieser Zug endet hier". Und die Episoden sind so leicht und sinnlich miteinander verknüpft, dass es eine helle Freude ist! Auch mein liebster Berlinfilm!

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