Vorwort

„Berliner Schule” – der Begriff ist längst zum Reizwort geworden. Das Projekt sei ja nun durchgesetzt, meinte kürzlich eine Journalistin, jetzt müsse man den Mund nicht mehr so voll nehmen, und zur gleichen Zeit rief ein französischer Filmkritiker an und fragte, wo man denn diese „Berliner  Schule“ besichtigen könne.

Wir sind in dieser Angelegenheit nicht neutral, weil wir selbst längst Teil dieses „Etwas” geworden sind. Wir sind nicht daran interessiert, neue Labels auszurufen, Beipackzettel zu schreiben, oder Mitglieder und Nicht-Mitglieder zu benennen. Im Gegenteil genießen wir vor allem die Unterschiede und Widersprüche, den erhitzten Austausch und die Früchte dieser Auseinandersetzung im deutschen Film, auf die wir uns lange gefreut haben. Für uns ist der wichtigste Impuls der Entwicklung eine neue Offenheit im Denken über Film. Und so berichtet dieses Heft mitten aus der Nouvelle Vague Allemande über die „Berliner Schule“ – Bob Raffelson spielt dabei den Fixstern in der Ferne.

Die Herausgeber

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