Vorwort

Die Gegenwart ist der Punkt, an dem alles offen ist, der Punkt der größtmöglichen Freiheit („alles kann passieren“) wie der größtmöglichen Ungewissheit oder sogar Bedrohung („alles kann passieren“). Manche Filme – nicht zuletzt Dokumentarfilme – kreisen permanent um diesen Punkt.

Schon in einen der frühen Lumière-Filme war die Realität als Zwischenfall eingebrochen. Statt über die inszenierte Familienszene mit Kleinkind staunten die Menschen über das Zittern der Blätter im Wind, so heißt es. Seitdem ist die Debatte über das Kino immer auch eine Debatte über die Kontrolle der Realität.

Dieses Heft lädt ein zur Entdeckung der Realität als Zwischenfall. Es ist eine Reise in die Gegenwart, nicht nur des Dokumentarfilms, eine Reise an die Grenze, wo die Gegenwart zur Vergangenheit wird und die Vergangenheit – vielleicht – zur Geschichte. Von hier aus ist alles möglich. Man muss nur wissen, wohin man gehen will.

Die Herausgeber

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