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Revolver Live! #64: Selma Doborac: De Facto – Das Unfassbare begreifen

REVOLVER LIVE! (64), SELMA DOBORAC: DE FACTO – DAS UNFASSBARE BEGREIFEN
zu Gast im fsk Kino am 30. November 2025 um 20.00 Uhr

In ihren ersten beiden langen Filmen beschäftigt sich die Künstlerin und Filmemacherin Selma Doborac mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit und ihrer filmischen Verhandelbarkeit. Während sie sich in THOSE SHOCKING SHAKING DAYS einer möglichen Dokumentation von Kriegsgeschehen und damit einhergehenden Gräueltaten ausschließlich über die essayistische Form und rhetorische Fragen nähert, findet Selma Doborac in DE FACTO filmische Antworten in der durchdachten Reduktion einer akribischen Recherche.
Man merkt diesem kristallklaren Film an, wie viel Fühl- und Denkarbeit er seiner Regisseurin, aber auch den Schauspielern abverlangt hat, um Unfassbares greifbar, für Momente sogar begreifbar zu machen, wie viel über die richtige Distanz, das richtige Maß von Abstraktion und Information, über Spiel und Nicht-Spiel nachgedacht und probiert wurde, um dem, was man eine wahrhaftige Auseinandersetzung mit diesen leider eben nicht unmenschlichen, sondern allzu menschlichen Verbrechen nennen könnte, einen Schritt näher zu kommen.
Darüber, wie die konkrete Arbeit an diesem Film aussah, wie DE FACTO seine filmische Form gefunden hat, wollen wir im Anschluss an die Vorführung sprechen.
(Franz Müller)

Tickets für Revolver Live! #64 & Screening von DE FACTO im fsk Kino Berlin Kreuzberg:
https://fsk-kino.peripherfilm.de/events/event/revolver-live-de-facto/

„Vom ersten Augenblick an entwickelt DE FACTO durch die Genauigkeit und Komplexität des geschriebenen Textes eine Sogwirkung, die sich immer mehr auf eine Denkbewegung hin öffnet. Paralysierende Momente der Schilderungen von genozidalen Verbrechen werden immer wieder von historischen und philosophischen Referenzen unterbrochen, wodurch die Rede ihre eigene Reflexion anstößt.“
(Nichts ungeheurer als der Mensch. Der Caligari-Preisträgerfilm DE FACTO, Essay von Silvia Bahl, Filmdienst, März 2023)

„Dieser Film lässt sich wie eine Schablone auf Genozide, Kriegsverbrechen oder Reden von Diktatoren legen. Er beinhaltet eine gleichbleibende Wahrheit. Sie zu erkennen, ist die Arbeit des Films. Sie zu unterbinden, läge an uns. Dass man diese vom Film evozierte Zeitlichkeit nur erlebt, wenn man sich die komplette Dauer (sowohl einer Einstellung als auch des gesamten Films) aussetzt, ist in der heutigen Zeit fast ein Anachronismus. Zuhören ist ein Anachronismus. Gleichzeitig aber erinnert genau dieses Ausgeliefertsein an die eigentümliche Kraft des Mediums. Man hört zu und erlebt so selbst körperlich, was es bedeutet, sich bewusst zu werden, zu was Menschen fähig sind.“
(DE FACTO – Hervorgeholtes vergegenwärtigt, Essay von Patrick Holzapfel, Fidback, Revue de cinéma, Print-Ausgabe #0, September 2024)

„In DE FACTO ist es Doboracs jahrelange Recherche, die das zusammenführt, was getrennt womöglich nur in einem luftleeren Raum weiter mit den immer gleichen Slogans abgearbeitet wird. Das ist ein notwendiger Schritt für das Kino, denn das, was gesagt wird und gesagt werden darf, verschiebt sich mit der Zeit. Dazu kommen die neuen alten Verbrechen. Das Kino braucht sich anpassende Wege, keine Gewissheiten. Der in politischen Diskursen oft bemühte Vergleich zwischen verschiedenen Verbrechen droht ein Holzweg zu sein. Er führt oft zu keiner Erkenntnis, dient viel eher einer Stigmatisierung man denke nur an die zahlreichen Holocaust-Vergleiche. Das sind sich abnutzende Totschlagargumente, die die eigentlichen Verbrechen aus ihrer Zeit nehmen, die einen Grad der Heftigkeit anzeigen, nicht aber das, was eigentlich passiert oder gar wie man es verhindern könnte. Doborac trachtet hier nach dem Gegenteil, sie zieht keine Vergleiche, sondern denkt zusammen. Könnte man hier von einer utopischen Hoffnung sprechen? Wenn wir verstehen könnten, was all diese Täter gemeinsam haben, könnten wir ihre Taten in Zukunft verhindern?“
(DE FACTO – Hervorgeholtes vergegenwärtigt, Essay von Patrick Holzapfel, Fidback, Revue de cinéma, Print-Ausgabe #0, September 2024)

Filminformationen zu DE FACTO (AT/DE 2023, 130 Minuten) von Selma Doborac:
https://www.filmgarten.at/de-facto
https://sixpackfilm.com/de/catalogue/2968/
https://jugendohnefilm.com/augenhoehen-ein-gespraech-mit-selma-doborac-zu-de-facto/

Biografien

Selma Doborac, geboren 1982 in Bosnien und Herzegowina, lebt in Wien und arbeitet in hybriden Bereichen zwischen Essayfilm, Dokumentarfilm, Spieldokumentarfilm und Experiment, sowie im Bereich der Fotografie und der konzeptuellen, ortspezifischen Rauminstallation. Studium der Medienübergreifenden Kunst an der Universität für angewandte Kunst Wien bei Bernhard Leitner, sowie Studium der Filmkunst an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Harun Farocki. Zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen, Filmfestivalteilnahmen und internationale Auszeichnungen.

Franz Müller, geb. 1965, lebt als Regisseur, Autor und Produzent in Berlin. Studium Malerei bei Gerhard Richter und Kybernetik bei Oswald Wiener. Aufbaustudium an der Kunsthochschule für Medien in Köln u.a. bei Michael Lentz und Wolfgang Becker. Seit 2016 Mitgeschäftsführer der Filmproduktionsfirma Mizzi Stock Entertainment. Seit 2023 Professur für neue narrative Formen an der KHM. Filme (u.a.): Science Fiction (2003), Die Liebe der Kinder (2009), Worst Case Scenario (2014), Happy Hour (2015), Die bewohnte Insel (2020), The Diaries of Adam and Eve (2023), Das Glück der Tüchtigen (2025).

REVOLVER LIVE! (64): SELMA DOBORAC: DE FACTO – REALISING THE UNCONCEIVABLE
at fsk cinema Berlin on 30 November 2025 at 8 p.m.

In her first two feature-length films, artist and filmmaker Selma Doborac grapples with crimes against humanity, testing the limits of how cinema can address such atrocities. In THOSE SHOCKING SHAKING DAYS, she contemplated the possibility of documenting the horrors of war through rhetorical questions alone. In DE FACTO, however, she takes a fundamentally different approach: arriving at cinematic answers through the rigorous distillation of extensive research.
The film’s clarity reveals the immense emotional and intellectual labor demanded of both director and cast to visualize the unfathomable. It is a work of deep consideration, carefully balancing abstraction with fact, and theatricality with restraint. This calibration serves a singular purpose: to move closer to an authentic reckoning with crimes that are not inhuman, but devastatingly human.
Following the screening, we will discuss the creative process behind the film and how DE FACTO arrived at its distinct form.
(Franz Müller)

Tickets for Revolver Live! #64 & screening of DE FACTO at fsk cinema Berlin Kreuzberg:
https://fsk-kino.peripherfilm.de/events/event/revolver-live-de-facto/

“From the very first moment, DE FACTO develops a pull effect through the accuracy and complexity of its written text, increasingly opening out into a movement of thought. Paralysing moments in which genocidal crimes are described are repeatedly interrupted by historical and philosophical references, whereby the language spoken triggers its own reflection.”
(Nichts ungeheurer als der Mensch. Der Caligari-Preisträgerfilm DE FACTO (Nothing More Monstrous than Man: The Caligari Prize-Winning Film DE FACTO), Essay by Silvia Bahl, Translation Peter Waugh, published in Filmdienst, March 2023)

“This film can be applied like a template to genocides, war crimes or speeches by dictators. It contains a consistent truth. Recognising that truth is the work of the film. It is up to us to do something about it. In this day and age, it has become almost an anachronism that one can only experience the temporality evoked by a film if we are exposed to it for the entire duration (either of one shot or of the whole film). Listening is an anachronism. At the same time, however, it is precisely this exposure that reminds us of the peculiar power of the medium. One listens and physically experiences what it means to be aware of the things that human beings are capable of.”
DE FACTO – Hervorgeholtes vergegenwärtigt (Actualising an evocation), Essay by Patrick Holzapfel, Translation Peter Waugh, published in Fidback, Revue de cinéma, Print Issue #0, September 2024)

“In DE FACTO it is Doborac who has amalgamated, over many years of research, what might otherwise have been treated as isolated cases, in a vacuum and categorised under the usual headings. This is a necessary step for cinema, because that which is said and which it is permissible to say changes with time. Then there are also the new old crimes. Cinema needs approaches that enable it to adapt, rather than certainties. Drawing comparisons between different crimes, an approach often used in political discourse, tends to lead in the wrong direction. Often it does not produce any insight at all, but rather serves to stigmatise – one need only think of the numerous Holocaust comparisons. It involves outworn arguments about manslaughter, which detach the actual crimes from their time, indicating the seriousness to a certain degree, but not presenting what actually happens or even how it could be prevented. Here, Doborac strives for the opposite: she does not draw any comparisons, but amalgamates them all as one. Could we speak of a utopian hope here? If we could understand what all these perpetrators have in common, could we prevent their crimes in the future?”
DE FACTO – Hervorgeholtes vergegenwärtigt (Actualising an evocation), Essay by Patrick Holzapfel, Translation Peter Waugh, published in Fidback, Revue de cinéma, Print Issue #0, September 2024)

Film information DE FACTO (AUT/GER 2023, 130 minutes) by Selma Doborac:
https://sixpackfilm.com/en/catalogue/2968/
https://www.filmgarten.at/de-facto
https://jugendohnefilm.com/augenhoehen-ein-gespraech-mit-selma-doborac-zu-de-facto/

Biographies

Selma Doborac was born in 1982 in Bosnia and Herzegovina, she lives in Vienna and is working in hybrid fields of essay film, documentary film, feature film and experiment, as well as in the field of photography and conceptual, site specific surroundings. Studies at the University of Applied Arts, Vienna, Department for Mixed Media Strategies with Bernhard Leitner, as well as studies at the Academy of Fine Arts, Vienna, Department for Art and Film with Harun Farocki. Numerous exhibitions, film festival participations and multiple international awards.

Franz Müller, born 1965 is a Berlin based filmmaker. He studied fine arts at the Arts Academy Düsseldorf with Gerhard Richter and Oswald Wiener. Post graduate studies at Academy of Media Arts Cologne; since 2016 he also coproduces films for Mizzi Stock Entertainment; since 2023 professorship for „new narrative forms“ at the Academy of Media Arts Cologne. Films (a.o.): Science Fiction (2003), Wallace Line (2009), Worst Case Scenario (2014), Happy Hour (2015), Die bewohnte Insel (2020), The Diaries of Adam and Eve (2023), All That’s Due (2025).

Revolver Live! #63: Oliver Schmitz – Zwischen Kapstadt und Berlin

REVOLVER LIVE! (63): OLIVER SCHMITZ – ZWISCHEN KAPSTADT UND BERLIN

 

Am 2. Juni 2025 gibt es ein neues Revolver Live! im Roten Salon: Der deutsch-südafrikanische Regisseur Oliver Schmitz (u.a. MAPANTSULA, 1988, TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER, 2005, DOCTOR’S DIARY, 2006, LIFE ABOVE ALL / GELIEBTES LEBEN, 2010, SHEPHERDS AND BUTCHERS / IM TODESTRAKT, 2016) spricht mit Revolver-Mitherausgeber Christoph Hochhäusler über seine filmischen Anfänge in der Anti-Apartheid-Bewegung, seinen Balanceakt zwischen Festivalerfolgen und Fernsehkomödien und warum das deutsche Kino die Gräben zwischen den Lagern überwinden muss. Ziel ist wie immer ein offener Diskurs. Interessierte sind herzlich eingeladen, mitzusprechen. Wir freuen uns!

Christoph Hochhäusler & Oliver Schmitz


MONTAG, 02.06.2025, 20 UHR @ ROTER SALON (Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, D-10178 Berlin). Tickets 8.- (erm. 6.-) via Volksbühne oder an der Abendkasse.


P.S.: In der seit kurzem wieder geöffneten KINO & BAR in der Königstadt (Straßburger Straße 55, Gewerbehof Königstadt, gleich am U-Bhf Senefelder Platz) gibt es vom 6. bis 8.06. und vom 11. bis 15.06.2025 eine Werkschau mit Filmen von Oliver Schmitz. Details unter kino-bar.berlin.

 

Über den Gast:

Oliver Schmitz, geboren 1960 in Kapstadt, ist ein deutsch-südafrikanischer Regisseur, der in Berlin lebt und in der Kino- und Fernsehwelt gleichermaßen zu Hause ist – als Regisseur, Autor und Produzent.

Sein außergewöhnlicher Debütfilm MAPANTSULA wurde 1987/88 als einer der ersten regimekritischen Spielfilme in den Apartheid-Jahren in Südafrika realisiert, mit Hilfe eines „doppelten” Drehbuchs und klandestiner Methoden. Im Jahr 2023 wurde der Film restauriert und u.a. in der Reihe Berlinale Classics der Berliner Filmfestspiele erfolgreich wiederaufgeführt.

Schmitz hat fünf Kinofilme gedreht, von denen vier in der offiziellen Auswahl in Cannes gezeigt wurden. Die meisten Filme behandeln südafrikanische Themen, darunter LIFE ABOVE ALL (GELIEBTES LEBEN/ LE SECRET DE CHANDA), der es auf die Oscar-Shortlist für den besten ausländischen Film schaffte (2010), den Preis der Jury beim Internationalen Filmfestival in Dubai (2010) und den Francois-Chalais-Preis in Cannes gewann. 2006 hat Schmitz an dem Pariser Omnibusfilm PARIS JE T’AIME (PLACE DES FETES) mitgewirkt, zusammen mit den Coen-Brüdern, Gus van Sant, Tom Tykwer, Alexander Payne u.a. SHEPHERDS AND BUTCHERS (2016) mit Steve Coogan und Andrea Riseborough wurde auf der Berlinale 2016 uraufgeführt, wo er einen Publikumspreis und bei den South African Film and Television Awards den Preis für die beste Regie gewann.

Schmitz war und ist auch im Fernsehen sehr aktiv; er führte unter anderem Regie bei den preisgekrönten Comedy-Serien TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER und DOCTOR’S DIARY, die jeweils als Beste Serie beim Deutschen Fernsehpreis, beim Deutschen Comedypreis und mit dem renommierten Grimme-Preis ausgezeichnet wurden. Er führte Regie bei den ersten Folgen der ZDF-Primetime-Comedyserie DAS PUBERTIER und beim Pilotfilm zur beliebten RTL-Serie SANKT MAIK (nominiert für den Deutschen Comedypreis).

Der legendäre Roger Ebert verlieh ihm einen Golden Thumb für seinen Oscar-Shortlist-Film GELIEBTES LEBEN (2010), der Kritiker Rainer Tittelbach bezeichnete Schmitz als „Comedy King” für seine Beiträge zum Genre der Komödie in Deutschland – so vielfältig ist seine Arbeit.

Schmitz hat in Südafrika Kunst studiert, war DJ und hat einen bekannten Club in Kapstadt mitbetrieben, der Wege gefunden hat, die staatlich erzwungene Rassendiskriminierung zu unterlaufen. Er lebt seit fast 25 Jahren mit Familie in Berlin und verleiht auch nebenbei Arthouse Kino nach Südafrika.

Filme (Auswahl): MAPANTSULA (1988), THE PEOPLE’S POET (Dok., 1988), JO’BURG STORIES (Dok., 1997), HIJACK STORIES (2000), TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER (TV, 24 Folgen, 2005), PARIS JE T’AIME (Episode: PLACE DES FÊTES, 2006), ARME MILLIONÄRE (TV, 3 Folgen, 2006), DOCTOR’S DAIRY (TV, 4 Folgen, 2006), LIFE, ABOVE ALL / GELIEBTES LEBEN (2010), SHEPHERDS AND BUTCHERS / IM TODESTRAKT (2016), DAS PUBERTIER (TV, 3 Folgen, 2017), SANKT MAIK (TV, 2 Folgen, 2018).

Revolver Live! #62: Jürgen Jürges – Zugewandte Zeugenschaft

Jürgen Jürges (*1940 in Hannover) gehört ohne Zweifel zu den größten Bildgestaltern des europäischen Kinos; gleichzeitig ist er dem breiten Publikum weitgehend unbekannt. Das hat mit seiner leisen Art zu tun, aber womöglich auch mit der ungewöhnlichen Vielfalt seiner Filmographie. Jürges war nie einer, der sich auf Markenzeichen hätte festlegen wollen, immer wieder hat er sich auf neue Setzungen, Sichtweisen und Erzählstile eingelassen. Von Rainer Werner Fassbinder (mit dem er vielfach zusammen gearbeitet hat, darunter bei Angst essen Seele auf und Fontane Effie Briest) bis Michael Haneke (u.a. Funny Games und Code Inconnu), von Wim Wenders (In weiter Ferne so nah!) bis Uli Edel (Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo), von Tankred Dorst (Eisenhans) bis Ilya Khrzhanovsky (Dau), von Roland Klick bis Andreas Kleinert, von Helma Sanders-Brahms bis Robert van Ackeren usw. Was die Arbeiten bei aller Unterschiedlichkeit verbindet ist vielleicht so etwas wie eine zugewandte Zeugenschaft, ein dokumentarisches Ethos, das die Fiktion durchdringt und beglaubigt. Wir freuen uns, mit Jürges am konkreten Beispiel einiger ausgewählter – und stilistisch höchst unterschiedlicher – Projekte über seine Arbeitsweise(n) zu sprechen.

– Christoph Hochhäusler, Nicolas Wackerbarth

Am Sonntag, den 07.04.2024 um 14 h im Diagonale Forum (Heimatsaal im Volkskundemuseum Graz) im Rahmen der Diagonale.

P.S.: Zwei Filme, die Jürgen Jürges fotografiert hat, werden außerdem in voller Länge auf Leinwand zu sehen sein, projiziert von 35 mm: am 06.04.2024 um 17:30 Uhr h CODE INCONNU (Regie: Michael Haneke, 2000) im Rechbauer-Kino, sowie am 07.04.2024 um 11 h  EISENHANS (R: Tankred Dorst, 1983) im Schubertkino 1, den Jürges zu seinen persönlichen Lieblingsfilmen zählt.

 

Jürgen Jürges

Geb. 1940 in Hannover. 1961 Photografische Ausbildung an der Letteschule in Berlin. Diplom. Bis 1963 Kameravolontär bei Hans-Jürgen Pohlands „art film GmbH“. Ab Mitte der 1960er Jahre Kameraassistent u.a. bei Volker Schlöndorffs Der junge Törless (1966) und Mord und Totschlag (1967). Ab 1970 als Chefkameramann tätig. Er arbeitet in Folge mit einigen der wichtigsten Vertreter des Neuen Deutschen Films (Rainer Werner Fassbinder, Reinhard Hauff, Wim Wenders, Helma Sanders-Brahms). Filme wie Die Zärtlichkeit der Wölfe (Uli Lommel, 1973), Angst essen Seele auf (RWF, 1973), Fontane Effi Briest (RWF, 1974), Satansbraten (RWF, 1975, nur 1. Drehabschnitt), Paule Pauländer (Hauff, 1976), Deutschland bleiche Mutter (Sanders-Brahms, 1980) entstehen in der Zeit. Deutscher Filmpreis / Beste Kamera 1980 für die Arbeit an Kückelmanns Die letzten Jahre der Kindheit (1979). In den 1980er Jahren fächerte sich Jürges‘ Kameraarbeit noch weiter auf: Von Uli Edels Reportage-Reißer Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo (1981), über die große Künstlichkeit in Robert van Ackerens Beziehungsdrama Die flambierte Frau (1983), zu Arend Agthes impressionistischen Kinderabenteuerfilmen Flußfahrt mit Huhn (1985) und Der Sommer des Falken (1988) oder auch dem Schimanski-Kinofilm Zahn um Zahn (Hajo Gies, 1985). 1986 Deutscher Kamerapreis für das Fernsehspiel Die Wupper (Regie: Jürgen Flimm) sowie 1988 für Eisenerde Kupferhimmel (Regie: Zülfü Livaneli). 1994 Deutscher Filmpreis / Beste Kamera für In weiter Ferne, so nah! (Regie: Wim Wenders), 1999 für Wege in die Nacht (Regie: Andreas Kleinert). Mit Michael Haneke: Funny Games (1997), Code inconnu (2000) und Wolfzeit (2002). Im Rahmen von Ilya Khrzhanovskys monumentalen Dau-Projekt entstehen über einen Zeitraum von 10 Jahren mehr als ein Dutzend Spielfilme, für die Jürges die Bildgestaltung übernimmt, darunter Dau: Natasha, für den er 2020 einen Silbernen Bären für die beste Kamera gewinnt. Im Rahmen der Bild-Kunst Kameragespräche wurde Jürges im März 2016 der 16. Marburger Kamerapreis für herausragende Bildgestaltung im Film verliehen. Den Deutschen Filmpreis für sein Lebenswerk erhielt er 2022.

Revolver Live! #61: Queere Reifeprüfungen – Merle Grimme, Julia Fur Mann, Fabian Stumme

Es tut sich was im queeren deutschen Kino, das zeigen uns die drei außergewöhnlichen Abschlussfilme von Merle Grimme, Julia Fuhr Mann und Fabian Stumm. Eindeutigkeiten und klare Repräsentationsmodelle sind keine Selbstverständlichkeiten mehr, sondern Verhandlungsräume, die mal lustvoll, mal schmerzhaft oder als politische Geschichtsneuschreibung in Frage gestellt werden. Schwule Beziehungsmodelle, Geschlechter in der Sportgeschichte und Intersektionalität stehen hier im Mittelpunkt.

Ein Diskussionsabend über Film, das Politische und das Private, und was Queer Cinema made in Germany kann und will. Mit Filmausschnitten aus CLASHING DIFFERENCES, LIFE IS NOT A COMPETITION, BUT I’M WINNING und KNOCHEN UND NAMEN.

Moderation: Toby Ashraf

 

Zu Julia Fuhr Mann

Julia Fuhr Mann, geboren 1987, absolvierte ein Studium der Philosophie, Literatur und Soziologie. Daraufhin folgte ein Dokumentarfilmstudium an der Hochschule für Fernsehen und Film München.

Julia Fuhr Mann war lange als Kurator*in für das feministische Filmfestival Bimovie tätig, ist Teil einer queer-feministischen Filmgruppe und Mitglied der Queer Media Society. Außerdem spielt Julia Fuhr Mann Gitarre in der Band “Baby Deluxe”. Panelteilnahmen und Kooperationen mit der Berlinale, den Münchner Kammerspielen und dem Literaturhaus München.

Julia Fuhr Manns hybrider Kinodokumentarfilm “Life is not a competition, but I’m winning”, der sich um die Auflösung von Geschlechterstereotypen im Sport dreht, feierte seine Weltpremiere auf den Filmfestspielen von Venedig 2023 und wurde kürzlich bei den First Steps Awards mit dem Preis für die beste Bildgestaltung ausgezeichnet.

Zur Zeit arbeitet Julia Fuhr Mann an deren Debütfilm, einer Rachephantasie am Patriarchat.

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Zu Merle Grimme

Merle Grimme ist eine deutsche Schwarze Drehbuchautorin, Regisseurin und Producerin.

Sie ist Absolventin der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF München) und schloss zuvor ihr Studium mit dem Bachelor of Arts an der Universität Hildesheim ab

Als Drehbuchautorin, Regisseurin und Producerin schloß sie ihr Diplom-Studiam an der HFF München mit dem Spielfilm und der gleichnamigen Mini-Serie ‘Clashing Differences’ ab. Bei den beiden Formaten handelt es sich um eine Ko-Produktion zwischen a.little film production, Sperl Film- und Fernsehproduktion und der HFF München, in Zusammenarbeit mit ZDF – Das kleine Fernsehspiel und ARTE.

Der Spielfilm feierte seine geteilte Weltpremiere auf dem Int. Filmfest München (Neues Deutsches Kino) und dem Frameline Film Festival in San Francisco. Clashing Differences war in allen Kategorien des Förderpreis Neues Deutsches Kino nominiert (Beste Regie, Beste Produktion, Bestes Drehbuch, Beste schauspielerische Leistung). Merle Grimme gewann den Förderpreis für Bestes Drehbuch. Mit der gleichnamigen Serie gewann Merle Grimme den Big Audience Award der First Steps Awards 2023. Weitere Preise für Clashing Differences folgten. Seit Oktober 2023 ist sie Junior Mitglied der Deutschen Filmakademie.

Speziell für dieses Projekt entwickelte sie als Producerin ein antidiskriminierendes und inklusives Herstellungskonzept, das auf verschiedenen Ebenen erprobt und in wesentlichen Teilen umgesetzt worden ist. Dazu gehören u.a. die Etablierung von Workshops zu Critical Whiteness, Empowerment-Trainings, diskriminierungssensible Vertrauenspersonen am Set und ein divers besetztes Team wie auch Cast. Merle Grimmes Ziel ist es, soziale Gerechtigkeit zu fördern, indem sie sich mit Ungleichheiten, Diskriminierung und impliziten Vorurteilen auseinandersetzt. Merle Grimme besuchte verschiedene Writers Labs mit Branchengrößen wie Robin Swicord (Women’s Writing Lab; Drama), Taç Romey (Drama Series), Robert Krause und Florian Puchertn(Rewrite Lab; Drama). Drehbuchautorin, Regisseurin und Produzentin Robin Swicord berät Merle Grimme in einem ihrer kommenden Projekte.

Zu Merle Grimmes weiterer Regiearbeit gehören der Dokumentarfilm ‘Regretting Motherhood’, der zu mehreren nationalen/internationalen Filmfestivals und Podiumsdiskussionen eingeladen wurde. Ihr Social Spot ‘Der deutsche Kinderwunsch?’, gewann den Jurypreis zur ZEIT Vermächtnisstudie, wurde zum ZEIT Online best of 2017 gekürt und erzielte online über 500.000 Views.

Mit ihrer interdisziplinären Arbeit und ihrem politischen Engagement konfrontiert sie gesellschaftliche Tabus, hinterfragt soziale Strukturen und stößt aktuelle Diskurse in den Medien und der Öffentlichkeit an. 2021 wurde sie mit dem Engagementpreis der Studienstiftung des deutschen Volkes ausgezeichnet und war zudem für den Deutschen Engagementpreis nominiert.

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Über Fabian Stumm

Fabian Stumm ist Schauspieler, Autor und Regisseur. Nach seinem Studium am Lee Strasberg Theatre & Film Institute New York war er u.a. am HAU – Hebbel am Ufer, den Münchner Kammerspielen, der Volksbühne Berlin, The Kitchen New York und der Tate Modern London zu sehen. Seit 2009 verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit mit der Künstlerin Keren Cytter, die ihn in vielen ihrer Videos und Performances besetzte.

Zu seinen Film- und TV-Arbeiten zählen preisgekrönte Spielfilme wie LORE von Cate Shortland, BELA KISS von Lucien Förstner, GROSSE FREIHEIT von Sebastian Meise und IVIE WIE IVIE von Sarah Blaßkiewitz sowie die Serien DRUCK und OH HELL.

2020 gab er mit dem Kurzfilm BRUXELLES sein Debüt als Autor und Regisseur. 2021 folgte sein zweiter Film DANIEL, der auf dem Achtung Berlin Festival 2022 als bester mittellanger Film ausgezeichnet wurde. Sein Spielfilmdebüt KNOCHEN UND NAMEN, bei dem er neben Drehbuch und Regie auch die Hauptrolle übernahm, feierte auf der Berlinale 2023 in der Perspektive Deutsches Kino Premiere und gewann den Heiner-Carow-Preis. Danach ging der Film auf internationale Festivaltour, darunter Outfest Los Angeles, New Horizons International Film Festival, Lichter Filmfest, Chéries Chéries Paris und Neiße Film Festival, wo er mit dem Drehbuchpreis ausgezeichnet wurde. Sein neuer Spielfilm SAD JOKES ist bereits abgedreht.

Revolver Live! #60: Gerd Kroske: Gegen den Strich

Gerd Kroske hat noch in der DDR seine Ausbildung begonnen und im unmittelbaren Vorfeld der Wende angefangen Filme zu drehen. Seitdem ist er ein wacher Beobachter gesellschaftlicher Brüche, wie sie sich in den Schicksalen von Randexistenzen in Ost und West zeigen. Er entdeckt darin gegenläufige Schönheit und Witz, die seine Filme genauso auszeichnen wie die präzise Beobachtung. Filme gegen den Strich. Im Gespräch soll es schwerpunktmäßig um den bislang letzten Film SPK Komplex gehen, um die Vielschichtigkeit der Darstellung von Gesellschaft und mit welchen filmischen Mitteln sie bei Gerd Kroske erreicht wird. Gerd Kroske (*1958 in Dessau), Berufsausbildung als Betonwerker, Jugendkulturarbeit. Ab 1980 Studium Kulturwissenschaften, Zweitstudium an der HFF Potsdam. Bis 1991 Dramaturg im DEFA-Dokumentarfilmstudio. Filmographie: Cassiber (1988/89 mit Jürgen Kuttner, Uwe Baumgärtner, Mario Persch), Leipzig im Herbst (1989 mit Andreas Voigt u. Sebastian Richter, „Taube ´89“ des Dokumentarfilmfestivals Leipzig), La Villette (1990), Die Mauer (1990), Kehraus (1990, Spezialpreis der internationalen Jury Dokumentarfilmfestival Leipzig), Kluge Frauen, Helle Mädchen (Kurzfilm 1991), Sperrmüll (Helke Misselwitz, Co-Buch1989-91), Nordlicht (1992), Kurt – oder du sollst lachen (Kurzfilm 1991/92), Kurzschluß (1992/93), Vokzal – Bahnhof Brest (1993/94, Grand Prix de Cinéma du réel), Galera (1996/97, Grand Prix Festival Int. de Cine Independiente De Barcelona), Kehrein, Kehraus (1996/97, „Runner Up Price“ Yamagata International Filmfestival, JP), Der Boxprinz (1999/2000, Prix du Longmetrage, Visions du réel), Autobahn Ost (2004), Die Stundeneiche (2006), Kehraus, wieder (2006), Wollis Paradies (2007), Schranken (2009), Heino Jaeger – look before you kuck (2010-12, „Goldene Taube“ Dok Leipzig), Striche ziehen (2014, Publikumspreis Duisburger Filmwoche, ARD Programmprämie), Grenzpunkt Beton (Kurzfilm 2015), SPK Komplex (2016-18, Premio Clara Sereni, Perugia) Marcus Seibert (*1964 in Aachen), Studium Philosophie in Aachen, Köln, Paris. Drehbuchautor, u. a. Wir Monster (Regie Sebastian Ko 2017), Der Wald in mir (Regie Sebastian Fritzsch 2024). Übersetzer und Herausgeber von diversen Filmbüchern, zuletzt Luc Dardenne: Die Rückseite unserer Bilder I (Vorwerk8), Mitherausgeber Revolver.
Gerd Kroske hat noch in der DDR seine Ausbildung begonnen und im unmittelbaren Vorfeld der Wende angefangen Filme zu drehen. Seitdem ist er ein wacher Beobachter gesellschaftlicher Brüche, wie sie sich in den Schicksalen von Randexistenzen in Ost und West zeigen. Er entdeckt darin gegenläufige Schönheit und Witz, die seine Filme genauso auszeichnen wie die präzise Beobachtung. Filme gegen den Strich. Im Gespräch soll es schwerpunktmäßig um den bislang letzten Film SPK Komplex gehen, um die Vielschichtigkeit der Darstellung von Gesellschaft und mit welchen filmischen Mitteln sie bei Gerd Kroske erreicht wird. Gerd Kroske (*1958 in Dessau), Berufsausbildung als Betonwerker, Jugendkulturarbeit. Ab 1980 Studium Kulturwissenschaften, Zweitstudium an der HFF Potsdam. Bis 1991 Dramaturg im DEFA-Dokumentarfilmstudio. Filmographie: Cassiber (1988/89 mit Jürgen Kuttner, Uwe Baumgärtner, Mario Persch), Leipzig im Herbst (1989 mit Andreas Voigt u. Sebastian Richter, „Taube ´89“ des Dokumentarfilmfestivals Leipzig), La Villette (1990), Die Mauer (1990), Kehraus (1990, Spezialpreis der internationalen Jury Dokumentarfilmfestival Leipzig), Kluge Frauen, Helle Mädchen (Kurzfilm 1991), Sperrmüll (Helke Misselwitz, Co-Buch1989-91), Nordlicht (1992), Kurt – oder du sollst lachen (Kurzfilm 1991/92), Kurzschluß (1992/93), Vokzal – Bahnhof Brest (1993/94, Grand Prix de Cinéma du réel), Galera (1996/97, Grand Prix Festival Int. de Cine Independiente De Barcelona), Kehrein, Kehraus (1996/97, „Runner Up Price“ Yamagata International Filmfestival, JP), Der Boxprinz (1999/2000, Prix du Longmetrage, Visions du réel), Autobahn Ost (2004), Die Stundeneiche (2006), Kehraus, wieder (2006), Wollis Paradies (2007), Schranken (2009), Heino Jaeger – look before you kuck (2010-12, „Goldene Taube“ Dok Leipzig), Striche ziehen (2014, Publikumspreis Duisburger Filmwoche, ARD Programmprämie), Grenzpunkt Beton (Kurzfilm 2015), SPK Komplex (2016-18, Premio Clara Sereni, Perugia) Marcus Seibert (*1964 in Aachen), Studium Philosophie in Aachen, Köln, Paris. Drehbuchautor, u. a. Wir Monster (Regie Sebastian Ko 2017), Der Wald in mir (Regie Sebastian Fritzsch 2024). Übersetzer und Herausgeber von diversen Filmbüchern, zuletzt Luc Dardenne: Die Rückseite unserer Bilder I (Vorwerk8), Mitherausgeber Revolver. https://www.volksbuehne.berlin/#/de/repertoire/revolver-live Samstag 03.02.2024 im Roten Salon der Volksbühne, Berlin, 20:00, Eintritt 8€

Revolver Live! #59: Radu Jude – Dialektischer Witz

– Scroll down for English version –

+ ANSCHLIEßEND: REVOLVER 25. GEBURTSTAG, SOMMER-PARTY Der rumänische Regisseur Radu Jude gehört zu den aufregendsten Stimmen des Gegenwartskinos – und seine Filmografie ist voller Überraschungen. Es finden sich darin minimalistisch-realistische und dialektisch-politisierte Filme, Dramen, Dokumentarfilme, Komödien, Experimente, oft alles zugleich. Seine Ästhetik ist enzyklopädisch und kaleidoskopisch, verbunden und perforiert von beißendem Witz und bohrender Neugierde.

Als wir hörten, dass ihn das DAAD-Stipendium nach Berlin bringt, haben wir sofort auf ein Revolver Live! gehofft, denn Radu Jude hat noch ein weiteres großes Talent: er kann mitreißend, spöttisch und zärtlich über das Kino und die Welt sprechen.

Kommt vorbei ins Sinema Transtopia und bleibt danach zur Party – Revolver feiert 25. Geburtstag und das Erscheinen der neuesten Ausgabe, Heft 48. Wir freuen uns!

Das Revolver Kollektiv

Der Filmemacher Radu Jude im Gespräch mit Nicolas Wackerbarth und Christoph Hochhäusler (Revolver). In Englischer Sprache.  Eintritt: 7 Euro.

Am DONNERSTAG, den 13.07.2023 um 20.00 h

Die Party beginnt um 21.30 h mit DJ Bastian Trost & Friends.

@

Sinema Transtopia, Lindower Str. 20/22, Haus C, 13347 Berlin

Nähe S-/U-Bahn Wedding

https://sinematranstopia.com/de/page/about-us

UNSER GAST

Radu Jude, geb. 1977 in Bukarest, Rumänien. Regisseur, Drehbuchautor. Studium: Abteilung für Filmregie an der Medienuniversität Bukarest. Regieassistent u.a. für Costa-Gavras und Cristi Puiu. Regie für über 100 Werbespots. 2016 gab er sein Debüt als Theaterregisseur mit seiner Bühnenadaption von Ingmar Bergmans Szenen einer Ehe. Er hat zahllose Auszeichnungen und Preise gewonnen, darunter einen silbernen und einen goldenen Bären.

Filmografie (Auswahl):

În familie (TV Serie, 2002), Lampa cu căciulă (Kurzfilm, 2006), Alexandra (Kurzfilm, 2006), Dimineața (Kurzfilm, 2007), The Happiest Girl in the World (2009), Film pentru prieteni (2011), Everybody in Our Family (2012), O umbră de nor (Kurzfilm, 2013), Trece și prin perete (Kurzfilm, 2014), Aferim! (2015), Scarred Hearts (2016), Țara moartă (The Dead Nation) (Dok., 2017), I Do Not Care If We Go Down in History as Barbarians (2018), Ieșirea trenurilor din gară (Dok., 2020), Uppercase Print (2020), Bad Luck Banging or Loony Porn (2021), Potemkinistii (Kurzfilm, 2022).

Siehe auch:

https://www.berliner-kuenstlerprogramm.de/de/artist/radu-jude/

 

Ioana Iacob in Radu Judes I Do Not Care If We Go Down in History as Barbarians (2018)

 

 

DIE MODERATOREN

Nicolas Wackerbarth, geb. 1973 in München. Regisseur, Autor, Schauspieler. Revolver-Mitherausgeber seit 2002.

Christoph Hochhäusler, geb. 1972 in München. Autor, Regisseur. Revolver-Mitherausgeber seit 1998.

REVOLVER LIVE! (59) – RADU JUDE: DIALECTICAL WIT

+ AFTERWARDS: REVOLVER’S 25TH BIRTHDAY SUMMER PARTY

The Rumanian film maker Radu Jude is one of the most exciting voices in contemporary cinema – and his filmography is full of surprises. It contains minimalist-realist and dialectical-politicized films, dramas, documentaries, comedies, experiments, often all at the same time. His aesthetic is encyclopedic and kaleidoscopic, connected and perforated by biting wit and probing curiosity.

When we heard that the DAAD scholarship was bringing him to Berlin, we immediately hoped for a Revolver Live! because Radu Jude has another precious talent: he can speak engagingly, mockingly, and tenderly about cinema and the world.

Come by at Sinema Transtopia and stay for the party afterwards – Revolver celebrates its 25th birthday and the release of our latest issue, Revolver 48. We are looking forward!

the Revolver collective

Filmmaker Radu Jude in conversation with Nicolas Wackerbarth and Christoph Hochhäusler (Revolver). In English. Entrance Fee: 7 Euro.

On THURSDAY, July 13th, 2023 from 8 pm.

The party starts at 9.30 pm with DJ Bastian Trost & friends.

@

Sinema Transtopia, Lindower Str. 20/22, Haus C, 13347 Berlin

near S-/U-Bahn Wedding

https://sinematranstopia.com/en/page/about-us

 

OUR GUEST

Radu Jude, born 1977 in Bucharest, Romania. Director, screenwriter. Studies: Film Directing Department of the Media University of Bucharest. Assistant director for Costa-Gavras and Cristi Puiu. Directed over 100 commercials. In 2016, he made his debut as a theatre director with his stage adaptation of Ingmar Bergman’s Scenes from a Marriage. Has won a staggering amount of awards all over the world, including a silver and a golden bear.

Filmography (selection):

În familie (TV series, 2002), Lampa cu căciulă (short, 2006), Alexandra (short, 2006), Dimineața (short, 2007), The Happiest Girl in the World (2009), Film pentru prieteni (2011), Everybody in Our Family (2012), O umbră de nor (short, 2013), Trece și prin perete (short, 2014), Aferim! (2015), Scarred Hearts (2016), Țara moartă (The Dead Nation) (documentary, 2017), I Do Not Care If We Go Down in History as Barbarians (2018), Ieșirea trenurilor din gară(documentary, 2020), Uppercase Print (2020), Bad Luck Banging or Loony Porn (2021), Potemkinistii (short, 2022).

See also:

https://www.berliner-kuenstlerprogramm.de/en/artist/radu-jude/

Revolver Live! #57: Das Kollektiv El Pampero Cine aus Buenos Aires

Revolver live beim Filmfest München DAS KOLLEKTIV EL PAMPERO CINE AUS BUENOS AIRES (in der Reihe Filmmakers live) (Gespräch auf englisch) Freitag, 05.07.2019, 18:00 Uhr (90 Min.) Gasteig Black Box Gespräch mit Mitgliedern des experimentellen Produzentenkollektiv EL PAMPERO CINE über zwei ihrer spektakulären, gemeinschaftlich gedrehten Filme, die beim FILMFEST MÜNCHEN zu sehen sind: der 14-stündige Genremix LA FLOR und das selbstreflexive Porträt einer Künstlertruppe auf Tournee, POR EL DINERO. Seit einigen jahren verfolgt Revolver mit grosser Aufmerksamkeit das Schaffen des Kollektivs, das alle Teilnehmer in wechselnden Rollen als Schauspieler, Kameraleute und Regisseure beschäftigt. Hinzugerufen wurde das Theaterschauspielerinnenkollektiv PIEL DE LAVA, die die Hauptrollen spielen. Nach dem vierstündigen Meisterwerk HISTORIAS EXTRAORDINARIAS (2008) das die mäanderne Erzählweise, das selbstreflexive Erzählen und die grosse Lust am Plaudern, Schwadronieren und analysieren desselben prägte, entstand in den folgenden zehn Jahren, immer wenn Geld da war und alle Zeit hatten, der noch viel längere Film LA FLOR. Die unkonventionelle Machart lässt einen Staunen und verlangt eine Nachfrage: Wie habt ihr das gemacht? Die Gäste sind: Laura Citarella, Ezequiel Pierri und Alejo Moguillansky Moderation: Saskia Walker und Franz Müller von der Filmzeitschrift „Revolver“ Der Eintritt ist frei. Einlass, solange Platz verfügbar. _________________ Revolver live at Filmfest Munich EL PAMPERO CINE COLLECTIVE FROM BUENOS AIRES Talk with the experimental production collective “El Pampero Cine” about two of their spectacular collaborative film projects that can be seen at FILMFEST MUNICH: the 14 hours genre-bending LA FLOR that over the course of six episodes evokes the magic of cinema and at once dismantles it. And the self-reflexive POR EL DINERO about a group of artists on tour through Latin America. Since years Revolver is following closely the work of the collective El PAMPERO CINE, keeping each member busy in changing jobs as actor, director or DOP. For this project they collaborated with the theatercollective of actresses called PIEL DE LAVA, playing the main characters. After the four hours masterpiece HISTORIAS EXTRAORDINARIAS (2008) that used the selfreflexive and meandering storytelling and the great pleasure in talking and analysing the talk meanwhile, they created in ten following years, whenever there was money and time, the even longer film LA FLOR. The unconventional way of filmmaking leaves the public in awe, asking: How did you do it? Guests are: Laura Citarella, Ezequiel Pierri and Alejo Moguillansky. Saskia Walker and Franz Müller of German film magazine “Revolver” are presenting the panel. Admission is free. Limited seating. Times may vary. When attending the FILMMAKERS LIVE, you agree that, during the event, photos and other audio-visual images may be taken of you that may be used in all media for an unlimited period of time. You renounce your privacy rights regarding any images made of you.

Revolver Live! #56: Bruno Todeschini

Samstag 26.1.2019 um 17h-18h im Kino Palace in Solothurn, Schweiz Französisch mit Simultanübersetzung auf Deutsch Die “Rencontre” der 54.Solothurner Filmtage blickt auf das Werk des Schauspielers Bruno Todeschini (*1962 in Neuenburg, Schweiz), der in seinen Rollen die Höhen und Tiefen menschlicher Beziehungen durchlebt. Die Wirren der Jugendliebe, die Routine der Ehe, die Einsamkeit vor dem Tod: er kennt und beherrscht das Repertoire der Gefühe. Den stürmischen Latin-Lover spielt er ebenso virtuos wie den einsamen Wolf und den undurchsichtigen Geheimagenten. Revolver-Mitherausgeberin Saskia Walker führt ein Gespräch über seine Zusammenarbeit mit so unterschiedlichen Regisseur*innen wie Patrice Chéreau, Sophie Fillières, Angela Schanelec, Arnaud Desplechin und Jessica Hausner.

Revolver Live! #55: Patrick Wang - A Bread Factory

Freitag, 4.01.2019
nach der 20:00 Uhr Vorstellung von A BREAD FACTORY: PART 2 – WALK WITH ME A WHILE
Kino Arsenal (Potsdamer Str. 2, 10785 Berlin)

Patrick Wang im Gespräch mit Revolver-Mitherausgeber Franz Müller und Hannes Brühwiler. Patrick Wang, geboren in den USA, ist Autor, Regisseur, Schauspieler und Ökonom. Studium am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Wirtschaftswissenschaften sowie in Musik- und Theaterwissenschaften. Bekannt wurde er mit seinen von der Kritik hochgelobten Filmen In the Family (2011) und The Grief of Others (2015). Sein neuster Film A Bread Factory (2018) besteht aus zwei Teilen – For the Sake of Gold und Walk With Me a While – und erzählt von den Menschen, die für ein alternatives Kulturzentrum arbeiten. Die beiden Filme werden mit deutschen Untertiteln gezeigt, das Gespräch wird dann in englischer Sprache geführt. Über die Filme:

A BREAD FACTORY: PART 1 – FOR THE SAKE OF GOLD (3.1.), 20:00 Uhr A BREAD FACTORY: PART 2 – WALK WITH ME A WHILE (4.1.), 20:00 Uhr

Regie: Patrick Wang, mit Tyne Daly, Elisabeth Henry, James Marsters, Nana Visitor, Janeane Garofalo USA 2018, 122 min, DCP, OmU BREAD FACTORY: PART 1 – FOR THE SAKE OF GOLD (3.1.) Seit 40 Jahren leiten Dorothea und Greta die Bread Factory, ein alternatives Kulturzentrum in einer Stadt nördlich von New York. Dort werden Theaterstücke und Opern inszeniert, es werden Filme gezeigt und Lesungen organisiert. Doch plötzlich droht der Stadtrat die Förderung an zwei hippe Konzeptkünstler aus China zu vergeben. Man möchte zeitgemäß sein und für diese Künstler einen großen Kunsttempel bauen. Im ersten Teil von Patrick Wangs fantastischem Epos A BREAD FACTORY geht es um die beiden Frauen und den Kampf um ihr Lebenswerk. Anstatt einer klar strukturierten Erzählung entfacht Wang jedoch ein geradezu immersives Gewusel zahlreicher Figuren, die alle Teil der Brotfabrik sind. Der Humor, die Wärme aber auch das Verständnis von so komplexen Themen wie Gemeinschaft und Kultur (und was diese vor allem für Jugendliche bedeuten) sind hier sprichwörtlich grenzenlos. In einer Demokratie, so zeigen die Filme, kommt es immer auf jeden einzelnen an und niemand ist eine Insel für sich. For 40 years, Dorothea and Greta have run the Bread Factory, an alternative cultural center in a fictional small town north of New York. They organize theater and opera productions, film screenings and readings. Suddenly the town council, in an attempt to be modern, threatens to transfer their funding to two hipster concept artists from China to whom they want to build a temple of art. The first part of Patrick Wang’s excellent epic is about the two women and their struggle to preserve what they have built up over their lives. Instead of proposing a clearly structured narrative, Wang plunges the viewer into the maelstrom of eclectic characters who make up the Bread Factory. The humor, warmth, but also understanding for complicated themes such as community and culture (and what these mean for young people) are literally without bounds. In a democracy, as the film shows, every individual counts and no one is an island. BREAD FACTORY: PART 2 – WALK WITH ME A WHILE (4.1.) Regie: Patrick Wang, mit Tyne Daly, Elisabeth Henry, James Marsters, Nana Visitor, Brian Murray USA 2018, 120 min, DCP, OmU – German premiere Im zweiten Teil folgt Patrick Wang Dorothea und Greta, wie sie Hekuba, ein griechische Tragödie von Euripides, einstudieren. Draußen verändert sich währenddessen die Stadt und es wird seltsam: Die Startup Szene trifft ein (und beginnt in Cafés zu tanzen), Touristen schauen sich die nicht-existierenden Sehenswürdigkeiten an (inszeniert wie ein Musical) und vier Maklerinnen besingen ihre Immobilien. Hinzu kommt, dass die Chefredakteurin der lokalen Tageszeitung plötzlich verschwindet und ihre Arbeit kurzerhand von einer Gruppe Jugendlicher übernommen wird. Der Untertitel diesen zweiten Teils von A BREAD FACTORY könnte nicht passender sein: Walk with me a while. Selten ist man im Kino in den letzten Jahren einem Film so gerne gefolgt wie hier. A BREAD FACTORY ist ein einzigartiges Filmprojekt, dessen Humanismus niemand besser zusammenfasst als eine Regisseurin während eines Q&As: “If you have a soul, you have questions to ask.” The second part focuses on the rehearsals for the ancient Greek play “Hecuba“ by Euripides. Outside, the town is changing mysteriously: Start-ups spring up (and tech workers start dancing in cafes), tourists turn up to visit non-existing sights (staged like a musical) and four real-estate agents start singing about their properties. Moreover, the editor-in-chief of the local newspaper disappears and a group of young people start doing her work. The subtitle of the second part of A BREAD FACTORY could not be more fitting: Walk with me a while. Rarely has one been in recent years so willing to walk with a film. A BREAD FACTORY is a unique film project whose humanity is best summed up by a filmmaker during a Q&A session: “If you have a soul, you have questions to ask.”

Revolver Live! #54: Lucrecia Martel – Geheimnisvolle Pracht

 
 
Sonntag, 8.07.2018, 20 h
Roter Salon
Volksbühne Berlin
Lucrecia Martel im Gespräch mit Revolver-Mitherausgeber Christoph Hochhäusler und Nicolas Wackerbarth.
Lucrecia Martel, geboren 1966 in Salta, Argentinien, gehört zu den wichtigsten Filmemacherinnen der Gegenwart. Mit ihren bislang vier Spielfilmen LA CIÉNAGA (Der Morast, 2001), LA NIÑA SANTA (Das heilige Mädchen, 2004), LA MUJER SIN CABEZA (Die Frau ohne Kopf, 2008) und ZAMA (Zama, 2017) hat sie eine ganz eigene filmische Welt erschaffen: sinnlich, geheimnisvoll, zärtlich und grausam. Wir werden mit ihr über ihren kreativen Prozess sprechen, darüber, wie das „Gefühlsgeflecht” ihrer Filme gewebt wird und wie die sensible Balance aus erzählerischen und sinnlichen Fragmenten mit den größeren kulturellen Strömungen unserer Zeit korrespondiert.
In deutscher und spanischer Sprache. Aus dem Spanischen dolmetscht Cristina Diz.

In Zusammenarbeit mit Grand Film.

 

Im Arsenal findet vom 4.-12.07.2018 eine Werkschau Lucrecia Martel statt. In diesem Rahmen wird es auch zwei Filmgespräche mit ihr geben (am 7.07. nach LA MUJER SIN CABEZA, am 10.07. nach ZAMA).

Revolver Live! #53 und critic.de: Filmförderung oder ihr Gegenteil?

FILMFÖRDERUNG ODER IHR GEGENTEIL?
 

Samstag, 28.04.2018, 19 h

Roter Salon
Volksbühne Berlin

Tickets

50 Jahre staatlich organisierte Hilfe für Filme: Mit welchem System wird gefördert, was verhindert sie, was übersieht sie, was macht sie unsichtbar?

Lars Henrik Gass, Martin Hagemann, Caroline Kirberg und Frédéric Jaeger sprechen über Filme, die nicht entstehen konnten, systemische Probleme mit dem Filmförder-Fernseh-Komplex in Deutschland und die Möglichkeiten, die Filmschaffende, Produzenten und Kritiker haben, ein anderes Kino sichtbar zu machen.

Wir freuen uns!

Revolver & Critic.de

DIE GÄSTE:

Lars Henrik Gass war 1996/97 Geschäftsführer des Europäischen Dokumentarfilm Instituts in Mülheim an der Ruhr, dort Redakteur der Buchreihe Texte zum Dokumentarfilm. Seit 1997 Leiter der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen. Kritiken, Essays und Vorträge zu Fotografie, Film und kulturpolitischen Themen. Lehraufträge zu Film und Kulturmanagement. Mitherausgeber der Bände Provokation der Wirklichkeit. Das Oberhausener Manifest und die Folgen (2012) und after youtube. Gespräche, Portraits, Texte zum Musikvideo nach dem Internet (2018) sowie Autor des Buchs Film und Kunst nach dem Kino (2012/2017).

Martin Hagemann produzierte von 1990 bis 2006 mit zero film zahlreiche Spiel- und Dokumentarfilme für das Kino und Fernsehen, u.a. mit Aleksandr Sokurov, Jan Schütte, Hal Hartley, Didi Danquart, Kutlug Ataman, Michael Klier, Peter Bogdanovich, Max Färberböck und Roger Spottiswoode. Seit 2006 ist Martin Hagemann Inhaber und Geschäftsführer der zero west filmproduktion und der zero fiction film, mit der er u.a. The Turin Horse von Béla Tarr, The Law In These Parts von Ra’anan Alexandrowicz und Jack von Eddie Berger coproduzierte. Martin Hagemann ist Mitglied der AG DOK, der Deutschen Filmakademie, der Europäischen Filmakademie, der Richtlinienkommission der FFA, sowie stellvertretendes Mitglied der Vergabekommission der BKM. 2009 wurde Martin Hagemann auf die Professur für Film- und Fernsehproduktion an der Filmuniversität Babelsberg „Konrad Wolf“ berufen.

Caroline Kirberg ist Produzentin und Filmemacherin im Grenzbereich Film und Kunst. M.A. Filmwissenschaften FU Berlin. Ihre freien Produktionen u. a. mit Clemens von Wedemeyer (Muster), Volker Sattel (La Cupola) oder Stephan Geene (Umsonst) wurden auf internationalen Filmfestivals wie der Berlinale oder im Kunstkontext z. B. bei der dOCUMENTA gezeigt. Seit 2014 kontinuierliche Arbeit mit Merle Kröger und Philip Scheffner / pong Film Berlin für And-Ek GhesHavarieFast Welt WeitWhite City. Lehraufträge an der UdK Berlin, HBK Leipzig, PMMC Halle, Merz Akademie Stuttgart.

DER MODERATOR:

Frédéric Jaeger, Filmkritiker. Studium der Filmwissenschaft und Philosophie an der Freien Universität Berlin. Seit 2004 ist er Chefredakteur von critic.de. Publikationen über Film u.a. in Berliner Zeitung, Spiegel Online, taz, Der Freitag, Die Presse, Kolik.Film. Recherche-Schwerpunkt zu Filmpolitik und Filmförderung. Jurymitglied u.a. in Cannes, Venedig, Turin und Oberhausen. Seit 2013 ist er geschäftsführender Vorstand des Verbands der deutschen Filmkritik. Seit 2015 ist er Künstlerischer Leiter der Woche der Kritik Berlin.

Revolver live! #52 – Jacques Nolot: Avant que j’oublie

 
 
 
12.01.2018, 18.30 h
Roter Salon
Volksbühne Berlin

Filmvorführung und Gespräch

Wir kennen ihn hauptsächlich als Schauspieler und die Liste der Filmemacher, mit denen er gearbeitet hat, ist beeindruckend: André Téchiné, François Ozon, Claire Denis, Arnaud Desplechin, Bertrand Bonello, Paul Vecchiali. Doch glücklicherweise hat Jacques Nolot auch bei drei Spielfilmen Regie geführt, die seine kühne Haltung als Autor und Genießer einfangen. Sein letzter Film, Avant que j’oublie, ist sein Meisterwerk und doch in Deutschland fast gänzlich unbekannt. Nolot spielt die Hauptrolle und zeigt gnadenlos aber präzise den Alterungsprozess: die Einsamkeit beim Schreiben, den Kampf gegen die Krankheit und die Bewältigung der Unkosten für käuflichen Sex. Bevor er Liebhaber und Freund von Roland Barthes wurde, der ihn in intellektuellen und künstlerischen Kreisen vorstellte, arbeitete Nolot selbst auf den Straßen von Paris. Avant que j’oublie erzählt die Geschichte wie sich Nolot in hohem Alter plötzlich selbst in der Rolle des Freiers findet und weist die Abhängigkeiten, die mit diesem Rollentausch einhergehen, auf. Wir freuen uns den französischen Filmmacher, Autor und Schauspieler Jacques Nolot anfang Januar im Roten Salon der Volksbühne zu begrüßen. Nach dem Screening folgt ein Künstlergespräch.

Jacques Nolot: Regisseur, Autor, Schauspieler. Geboren am 31.8.1943 in Marcia (Gers, Süd-West-Frankreich). Mit 16 arbeitete Jacques Nolot in einem Gemüseladen, haute aber mit einem Kunden ab nach Paris, um Schauspielunterricht zu nehmen. Dort verdiente er sein Geld als Stricher auf der Straße. Mit 19 traf er Roland Barthes und wurde sein Geliebter. Er lernte André Téchiné kennen und schrieb mit ihm zusammen die Drehbücher La Matiouette ou l’arrière-pays und J’embrasse pas. Als Schauspieler trat er in zahlreichen Filmen auf, als Regisseur realisierte er drei Produktionen. Filme (als Autor und Regisseur): L’Arrière pays (1997), La Chatte à deux têtes – Porn Theatre (2002), Avant que j’oublie (2007.

18.30 Uhr: Jacques Nolot, Avant que j’oublie, Frankreich, 2007, 110 ‚ 20.30 Uhr: Nicolas Wackerbarth, Jaques Nolot im Gespräch

Filme (als Co-Autor) La Matiouette ou l’arrière-pays (1983), Le Café des Jules (1988), J’embrasse pas (1991). Filme (als Schauspieler): Viva la vie (1984, Claude Lelouch), Rendez-vous (1985, André Téchiné ), Les Innocents (André Téchiné, 1987), Oublie-moi (1995, Noémie Lvovsky), Nénette et Boni (1996, Claire Denis), Sous le sable (2000, Francois Ozon), L’Apollonide: Souvenirs de la maison close (2011, Bertrand Bonello), Les Fantômes d’Ismaël (2017, Arnaud Desplechin).

Moderation: Nicolas Wackerbarth. Geb. am 31.5.1973. Regisseur, Autor. Filme: Unten Mitte Kinn (2011), Halbschatten (2013), Casting (2017), Dozententätigkeit an Filmhochschulen (DFFB, HFF München, UDK), Revolver-Mitherausgeber.

Revolver Live! #51 – Matías Piñeiro: Spiele & Regeln

Im Anschluss an die Vorführung seines halblangen Films ROSALINDA (Argentinien, 2010) sprechen [Revolver-Mitherausgeber] Christoph Hochhäusler und Franz Müller mit dem Regisseur Matías Piñeiro über die Genese seiner Methode, die Potentiale eines festen Ensembles und seine Liebe zu Shakespeare.

Am 6.05.2017 um 21 h im Arsenal, Potsdamer Str. 2, 10785 Berlin.

In Englischer Sprache.

Matías Piñeiro in conversation with Revolver-editors Christoph Hochhäusler and Franz Müller about the genesis of his method, the potentials of working with a steady ensemble and his love for Shakespeare.

Revolver Live! #50 - Die Methode Dardenne

Sa. 6.12.2016 Luc und Jean-Pierre Dardenne im Gespräch mit Marcus Seibert, gedolmetscht von Saskia Walker

Die Brüder Dardenne haben nie eine Filmhochschule besucht und alle ihre Filme in unmittelbarer Nähe ihres Herkunftsortes Seraing an der Maas gedreht. Das Programm, dass sie sich 1996 selbst gegeben haben, ist von einer Radikalität, die sicher für den Erfolg ihres Stils verantwortlich ist: „Kleines Budget und Einfachheit überall (in der Erzählung, in den Dekorationen, Kostümen, der Beleuchtung, in der Zahl der Teammitglieder, der Schauspieler). Mit unserem Team drehen, Darsteller finden, die wirklich mit uns drehen wollen, die uns nicht mit ihrer Professionalität behindern, Unbekannte, die uns nicht gegen unseren Willen zu dem führen, was schon bekannt und anerkannt ist. Gegen die herrschende Affektiertheit, den Manierismus: arm denken, einfach und nackt.“

Was ist bis heute davon geblieben? Wie entsteht ein Film nach der Methode Dardenne? Diesen Fragen geht die Veranstaltung nach.

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Veranstaltet im Rahmen der Französischen Filmwoche in Berlin vom Bureau de Cinéma und dem Institut Français in Zusammenarbeit mit der deutsch-französischen Kulturvertretung Belgiens.

Der Mitschnitt ist unter https://www.youtube.com/watch?v=v041JdN9U7U anzusehen.

(ms)

Revolver Live! #49 - Lardi, Striesow, Schanelec: Geben und Nehmen.

Sa. 23.01.2016 Ursina Lardi, Devid Striesow und Angela Schanelec

Am Samstag, den 23.01.2015 diskutiert Revolver-Mitherausgeber Christoph Hochhäusler auf den 51. Solothurner Filmtagen mit Ursina Lardi, Devid Striesow und Angela Schanelec über das Geben und Nehmen zwischen Schauspiel und Regie, und zwar im Kino Palace Solothurn, 16.45–18 h.

 

Ursina Lardi, Andreas Patton in Angela Schanelecs MEIN LANGSAMES LEBEN.

Devid Striesow, Louis Schanelec in Angela Schanelecs MARSEILLE.

 

Ursina Lardi in Christoph Hochhäuslers DIE LÜGEN DER SIEGER.

Die Autorentheorie hat einen blinden Fleck, der ironischerweise im Zentrum des Regieberufs steht: die Arbeit mit den Schauspielern. Ob das nun daran liegt, dass sich dieser Prozess klaren Zuschreibungen entzieht, oder weil die innige Beziehung, die der „normale” Zuschauer mit den Schauspielern eingeht, eifersüchtige Konter herausfordert – die Betonung der Handschrift der oder des Einen wird dem komplizierten Miteinander nicht gerecht.

Wie bei einem Tanz lässt sich die Frage der Führung zwischen Regie und Schauspiel nicht autoritär entscheiden. Der Moment der Gnade, der Funken der Freiheit entspringt jenseits der festgelegten Schritte – aber ohne diese Schritte wäre es kein Tanz.

Ursina Lardi und Devid Striesow haben beide am Anfang ihrer Karrieren mit Angela Schanelec gearbeitet, einer Regisseurin, die als Schauspielerin begonnen hat und für ihre rigorose Suche nach einem Spiel jenseits der trainierten Muster steht. In MEIN LANGSAMES LEBEN (2001) spielen Lardi und Striesow zusammen Hauptrollen, Geschwister, in MARSEILLE (2004) hat Devid Striesow eine wichtige Nebenrolle. Später haben die beiden auch kleinere Rollen in zweien meiner Filme übernommen: Devid Striesow in FALSCHER BEKENNER, (2005) Ursina Lardi in DIE LÜGEN DER SIEGER (2014).

Wir wollen uns gemeinsam darüber unterhalten, wie sich die (eigene) Theorie und Praxis durch die Erfahrung verändert haben und was Geben und Nehmen heißt in der Zusammenarbeit zwischen Regie und Schauspielern. Ich freue mich sehr auf das Gespräch.

Christoph Hochhäusler

Revolver Live! #48 - Axelle Ropert: Das Ideal klassischer Filmkunst.

Sa. 13.12.2015 Werkstattgespräch Axelle Ropert

um 17:30 Uhr im Kino 1 des Arsenals Berlin, Potsdamerstraße 2 (Potsdamer Platz)

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Axelle Ropert, Jahrgang 1972, ist eine zentrale Figur des neuen französischen Kinos. Sie macht Filme, schreibt über Filme und spielt in Filmen. Axelle Ropert ist darüber hinaus auch die Drehbuchautorin der Filme von Serge Bozon. Ihre Filmkritiken sind erschienen bei Trafic, Cahiers du cinéma, Cinema Scope und Les Inrockuptibles, von besonderer Bedeutung als Arbeits- und Gruppenzusammenhang ist die langjährige Tätigkeit für die Zeitschrift La Lettre du cinéma (1998 bis 2005). Aus dieser Zeit stammt die Nähe zu Filmemachern wie Jean-Charles Fitoussi, Pierre Léon, Jean-Paul Civeyrac, Jean-Claude Biette, Marie-Claude Treilhou und Paul Vecchiali.

Zur Handschrift von Axelle Ropert gehört ihre Vorliebe für Humor, musikalische Intervention und eine Lust am Text, die sich in präzise geschriebenen Dialogen und novellistischer Erzählweise äußert. Oft geht es um Gruppen, Cliquen oder Familien, um Abschiede oder Brüche.  Ihr Kino wendet sich gegen die in Frankreich lange Zeit dominanten Formen des filmischen Naturalismus. Über Chantal Akermans Film Demain on démenage (Morgen ziehen wir um) schrieb Ropert: „Nie ist man fröhlicher gestimmt weiter in die absolute Düsternis vorgedrungen.“ Reibungsphänomene einer historischen Last und einer dieser Last unbewussten „verrückten Sprache“ interessieren Ropert im Sinne einer Poetik der Autoren, wie sie Jean-Claude Biette programmatisch in den Cahiers du cinéma gefordert hat. Referenzpunkt ist dabei immer wieder die klassische Epoche der Filmkunst nach Eric Rohmers Definition, also das Hollywood-Kino der vierziger und fünfziger Jahre. Mit diesem Gespräch setzt Revolver den deutsch-französischen Dialog fort, der mit Serge Bozon (Revolver Live! #42) begonnen hat. Ihre Spielfilme nach eigenem Drehbuch La famille Wolberg und Tirez la langue, Mademoiselle werden im Rahmen der Semaine du cinéma français im Kino Arsenal gezeigt. La famille Wolberg anschließend an die Diskussion (Kino 1 19:30).

Moderation: Marcus Seibert (Revolver) In französischer Sprache, übersetzt ins Deutsche von Saskia Walker (Revolver) Eintritt: 3 Euro

Die Veranstaltung im Rahmen der 15. Französischen Filmwoche, mit Unterstützung des Institut français und des Arsenal, ist Teil einer Werkschau der Filme von Axelle Ropert und Serge Bozon.

*

Tirez la langue, Mademoiselle Samstag, 12.12.2015, 20:30 Uhr Arsenal, Kino 1 (anschließend Diskussion mit Axelle Ropert) Dienstag, 15.12.2015, 21:00 Uhr Arsenal, Kino 1

La famille Wolberg Sonntag, 13.12.2015, 19:30 Uhr Arsenal, Kino 1 Montag, 14.12.2015, 19:30 Uhr Arsenal, Kino 1

La France Freitag, 11.12.2015, 19:00 Uhr Arsenal, Kino 1 Dienstag, 15.12.2015, 19:00 Uhr Arsenal, Kino 1

Tip Top Donnerstag, 10.12.2015, 20:00 Uhr Arsenal, Kino 1 Montag, 14.12.2015, 21:00 Uhr Arsenal, Kino 1

Mods Samstag, 12.12.2015, 19:00 Uhr Arsenal, Kino 1 (anschließend Diskussion mit Axelle Ropert und Serge Bozon)

Revolver Live! #47 - Denis Lavant: Brute Force.

Sa 10.10.2015 Denis Lavant im Gespräch mit Christoph Hochhäusler und Sandra Hüller.

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Denis Lavant in BOY MEETS GIRL, HOLY MOTORS.

Lavants Spiel oszilliert zwischen Archaik und Punk; als brute force ist er synonym mit den Filmen von Carax (BOY MEETS GIRL, MAUVAIS SANG, LES AMANTS DE PONT-NEUF, HOLY MOTORS), aber auch in Claire Denis‘ Legionärs-Ballett BEAU TRAVAIL oder Harmony Korines MISTER LONELY hat er einen starken Eindruck hinterlassen. In einem Revolver Live! (Cinéma L’Arlequin, 11 h) wird ihn Christoph Hochhäusler zusammen mit Sandra Hüller zu seiner Arbeit, seiner Methode befragen.   DER GAST:

Denis Lavant, geb. 1961 in Neuilly-sur-Seine. Schauspieler. Sammelte als Teenager erste Erfahrungen im Straßentheater und nahm anschließend Schauspielunterricht am Paris Conservatoire bei Jacques Labsale. Diverse Theaterarbeiten. Filme (Auswahl): „Boy meets Girl” (Leos Carax, 1984), „Mauvais Sang” (Leos Carax, 1986), „Les amants du Pont-Neuf” (Leos Carax, 1991), „La partie d’échecs” (Yves Hanchar, 1994), „Beau travail” (Claire Denis, 1999), „Tuvalu” (Veit Helmer, 1999), „Mister Lonely” (Harmony Korine, 2006), „I’m Not a F**king Princess” (Eva Ionesco, 2010), „Holy Motors” (Leos Carax, 2012), „Michael Kohlhaas” (2013, Arnaud des Pallières).

DIE MODERATOREN: Christoph Hochhäusler Geb. 1972 in München. Autor, Regisseur. Revolver-Gründer und Mitherausgeber. Studium: Architektur an der TU, Berlin; Filmregie an der HFF, München. Filme (Auswahl): „Milchwald“ (2003), „Falscher Bekenner“ (2005), „Séance“ (Kurzfilm, Teil des Omnibusfilmes „Deutschland ’09“), „Unter Dir die Stadt“ (2010), „Eine Minute Dunkel“ (Teil der Trilogie „Dreileben“, zus. m. Christian Petzold und Dominik Graf, 2011), „Die Lügen der Sieger“ (2014). Sandra Hüller Geb. 1978 in Suhl. Schauspielerin. Studium: Hochschule für Schauspielkunst „Ernst-Busch”, Berlin. Engagements in Jena (Theaterhaus), Leipzig (Schauspiel), Basel (Theater), Berlin (Volksbühne u.a.) und München (Kammerspiele). Filme (Auswahl): „Madonnen” (Maria Speth, 2005), „Requiem” (Hans-Christian Schmid, 2006), „Anonyma” (Max Färberböck, 2008), „Brownian Movement” (Nanouk Leopold, 2010), „Über uns das All” (Jan Schomburg, 2011), „Finsterworld” (Frauke Finsterwalder, 2013), „Vergiss mein Ich” (Jan Schomburg, 2014), „Amour Fou” (Jessica Hausner, 2014), „Toni Erdmann” (Maren Ade, 2016).

VERSION FRANÇAISE

Cinéma L’Arlequin, Paris

samedi 10 octobre, 11 h

REVOLVER LIVE! DENIS LAVANT

Interview de Denis Lavant par Christoph Hochhäusler

Revolver, qui s’intéresse tout spécialement au travail concret de la réalisation d’un film, suit depuis longtemps le cinéma français. Ayant débuté à 13 ans le théâtre de rue, Denis Lavant a une longue carrière d’acteur de cinéma et de théâtre derrière lui. en 1984, Leos Carax le révèle dans „Boy meets girl” il apparaît dans plusieurs autres films du réalisateur : „Les amants du Pont-Neuf” et plus récemment dans „Holy Motors”. Tout dernièrement, il a participé au nouveau film de Wolfgang Becker „Ich und Kaminski”.

Revolver Live! #46 - Adam Curtis: On the Invisibility of Modern Power.

Fr. 30.10.2015 Adam Curtis in conversation with Christoph Hochhäusler and Nicolas Wackerbarth

Augenwaschen Die Vorstellung, dass Sichtbarkeit Kontrolle ermöglicht, ist ein wesentlicher Bestandteil der demokratischen Idee. Das “Licht der Öffentlichkeit” soll die Machthaber zwingen, ein Narrativ zu produzieren, das angreifbar ist. In Zeiten “alternativloser” Systemzwänge aber ist diese Erzählung ins Stottern geraten. Der britische Filmemacher Adam Curtis spricht über die Auswirkungen, die das Zeitalter der Algorithmen auf das Erzählen von Geschichten hat. The idea that visibility creates the possibility for control is an essential component of the democratic idea. Publicness is meant to force those in power to produce a narrative that can then be disputed. But in a time of systemic constraints with “no alternatives,” this narrative has started to sputter. Adam Curtis speaks about the effects that the age of algoarithms has had on how stories are told. Im Anschluss an das Gespräch gibt es um 21:30 Uhr ein Screening von Adam Curtis aktuellem Film Bitter Lake. After the talk at 9:30 pm there will be a screening of Adam Curtis‘ latest film Bitter Lake. Schöne Grüße, Best regards, Nicolas * Im Rahmen des / Part of the ADAM CURTIS WEEKEND: „The Century of the Self, Part 1,2,3 & 4“ 31.10., 18:30 & 22:00 / HAU1 Adam Curtis in conversation with Mark Fisher 31.10., 20:30 / HAU1 *

Revolver Live! #45 - Miguel Gomes: Auf der Suche nach einem Film.

Sonntag 28.6.2015 Gespräch mit Miguel Gomes, Filmfest München

Moderation: Nicolas Wackerbarth, Franz Müller 1001_Noites_2_37-e1431993175856 Bereits mit OUR BELOVED MONTH OF AUGUST begab sich der portugiesische Filmemacher auf die Suche nach einem Film. Diesen fand er während eines Sommers im ländlichen Zentralportugal. Hier saß Gomes mittellos mit seinem Filmteam fest. Er beschloss den Geschichten der Dorfbewohner und den Liebeswirren einer Schlager-Band, die Tanzabende bestritt, zu folgen. Auf die Spitze trieb er dieses offene Konzept mit seinem neusten Film, dem sechsstündigen Werk ARABIAN NIGHTS. Gomes wollte untersuchen, welche konkreten Auswirkungen die Austeritätspolitik auf das Leben in Portugal hat. Dafür heuerte er drei Journalisten an, die gemeinsam mit ihm Alltagsgeschichten recherchierten. Das Projekt nahm ein ganzes Jahr in Anspruch. Während dieser ausgedehnten Drehzeit in der Provinz Portugals, schrieb und schnitt Gomes einen dreiteiligen Film, der an drei Abenden auf dem Filmfest München gezeigt wird. Als Auftakt der Projektionen werden wir mit Miguel Gomes über Abenteuerlust und seine filmischen Experimente sprechen. Wir freuen uns! Euer Nicolas und Franz * Eintritt ist frei In englischer Sprache Gasteig – Vortragssaal der Bibliothek, Rosenheimer Str. 5, 81667 München Eine Veranstaltung der Filmzeitschrift Revolver in Zusammenarbeit mit dem Filmfest München * Screening Termine für ARABIAN NIGHTS: Arabian Nights: Volume 1, The Restless One (125 Min.) Montag, 29.06.2015, 17:00 Uhr Münchner Freiheit 2 Samstag, 04.07.2015, 14:30 Uhr Münchner Freiheit 4 Arabian Nights: Volume 2, The Desolate One (132 Min.) Dienstag, 30.06.2015, 17:00 Uhr Münchner Freiheit 2 Samstag, 04.07.2015, 17:00 Uhr Münchner Freiheit 4 Arabian Nights: Volume 3, The Enchanted One (126 Min.) Mittwoch, 01.07.2015, 17:00 Uhr Münchner Freiheit 2 Samstag, 04.07.2015, 19:30 Uhr Münchner Freiheit 4

Revolver Live! #44 - Marlen Chuzijew.

2.5.2015 Marlen Chuzijew im Gespräch mit Barbara Wurm und Saskia Walker

Elxy8 Der russische Filmemacher Chuzijew, gebürtig aus Tiflis, geht auf die Neunzig zu und sein Werk bleibt in Deutschland zu entdecken. Bekannt geworden ist er in den 1960 Jahren als Tauwetter-Regisseur, als Künstler, der sich erlaubt hat westliche Einflüsse aufzunehmen. Sein bekanntester Film MNJE DVADZAT LJET (ICH BIN ZWANZIG, 1965) ist eine elegante, zarte und philosophische Hommage an die Bewohner der Stadt Moskau und ihrer geliebten Metropole. Es geht um die Jugend, ihre Ideale, ihr Erwachsenwerden im Sozialismus, dessen Grenzen erforschend. Lakonische Gespräche zwischen den Generationen stehen im Zentrum. Was soll man tun? Wie leben? Stets in Gedenken an den „Grossen Vaterländischen Krieg“ in dem die Väter dieser Generation im Kampf gegen Nazi-Deutschland ihr Leben verloren. Dokumentarisches Material wichtiger Künstler der Sowjetunion ist in die Fiktion eingewoben, wie eine riesige Dichterlesung an der Universität mit Bella Achmadulina, Bulat Okudschawa, Robert Roschdestwenskij und Jewgeni Jewtuschenko. In einer Partyszene spielt neben Andrej Kontschalowskij Andrej Tarkowskij einen vorlauten Witzemacher. Die Slawistin und Fimhistorikerin Barbara Wurm hat Marlen Chuzijew für das goEast Festival in Wiesbaden nach Deutschland eingeladen. Dort wird er mit einer Hommage bedacht, die das Arsenal für Berlin wiederholt. Ich freue mich sehr mein Gespräch mit Chuzijew, den ich kurz auf dem Moskauer Filmfest im letzten Jahr gesprochen hatte, in Berlin weiterzuführen. Gemeinsam mit Barbara werden wir mit dem Regisseur über sein Werk sprechen. Seine Zusammenarbeit mit der hochbegabten Kamerafrau Margareta Pilichina für MNJE DVADZAT LJET (Ich bin zwanzig, 1965), die Entdeckung Moskaus durch die Dreharbeiten und die Kürzungsauflagen, die Chuzijew an seinem Film durchführen musste, der erst 1989 in seiner ursprünglichen Form ins Kino kam. Es geht auch um die Dreharbeiten zu BYL MESJAZ MAJ, einem Antikriegsfilm, der dokumentarisches Material mit Fiktionalem mischt. Kurz vor dem 9. Mai 2015, dem russischen „Tage des Sieges“, der sich dieses Jahr zum siebzigsten Mal jährt, können wir mit einem Künstler sprechen, der nicht nur den Krieg selbst, sondern alle Etappen der Erinnerung an ihn miterlebt und gestaltet hat. Wir freuen uns! Saskia Walker Kino Arsenal 1, Institut für Film und Videokunst  (Postdamer Strasse 2, 10785 Berlin), 21 Uhr

Vorab Filmaufführung:
BYL MESJAZ MAJ (Es war im Monat Mai, 1970)

Kino Arsenal 1  Das Kino Arsenal zeigt zur Eröffnung der Filmreihe, in Anwesenheit von Marlen Chuzijew, vorgestellt von Barbara Wurm am FR 1. Mai 2015 um 19 Uhr MNJE DVADZAT LJET es folgen: So 3.5., 19.30h WESNA NA SARETSCHNOI ULIZE  (Frühling in der Saretschnaja-Straße, UdSSR 1956) Mo 4.5., 20h DWA FJODORA (Die beiden Fjodors, UdSSR 1958) Di 5.5., 20h IJULSKI DOSHD  (Juliregen, UdSSR 1966) – Die Fortführung von MNJE DVADZAT LJET (Ich bin zwanzig, 1965) Mi 6.5., 20h POSLESLOWIJE  (Das Nachwort, UdSSR 1983) Do 7.5., 19h BESKONETSCHNOST  (Infinitas, UdSSR 1991)

Revolver Live! #43 - Sergei Loznitsa: Facing History.

Fr. 17.3.2015 Sergei Loznitsa im Gespräch mit Christoph Hochhäusler

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Von der „Vergangenheitsbewältigung” hierzulande wird oft behauptet, sie sei vorbildlich und einmalig. Sieht man einmal nur auf die Spielfilme, die in Deutschland zum Thema NS-Diktatur entstanden sind, kommt man zu einem anderen Schluss. Die stärkste Tendenz könnte man als Romantisierung der Ausnahme beschreiben. Besonders populär sind Geschichten, die den Krieg als „Schicksal“ beschreiben, in dem alle Opfer sind. Filme die versuchen, die deutschen Verbrechen direkt zu adressieren, sind einsame Ausnahmen.

Sergei Loznitsa, der seit 2001 in Deutschland lebt, hat sich in seinen Dokumentar- („Blockade”, „Die Vorstellung”, „Maidan„) und Spielfilmen („Im Nebel”) immer wieder mit Geschichte konfrontiert. Die Vergangenheit ist für ihn „keine Schatztruhe, aus der man sich bedienen kann” sondern „Bedingung unserer Gegenwart”, die es zu verstehen gelte.

 

Anhand von Ausschnitten aus seinen eigenen Filmen und ausgewählten Beispielen aus der Filmgeschichte möchte ich mit ihm über die Frage diskutieren, wie man Geschichte erzählen, zeigen, filmen kann, ohne in die Fallstricke melodramatischer Personalisierung zu geraten und warum es „ohne Distanz kein Verständnis” geben kann, wie Loznitsa immer wieder betont.

Ziel ist ein offener Diskurs. Alle Filminteressierten sich herzlich eingeladen.

 

Ich freue mich

Christoph Hochhäusler

Das Gespräch wird auf Deutsch und Russisch stattfinden. Dolmetscherin: Olga Radetzkaja.

Tickets kosten 8,- Euro bzw. 6,- Euro (ermäßigt).

 
 

DER GAST:

Sergei Loznitsa Geb 1964 in Baranawitschy in Weißrussland (damals Teil der UdSSR). Autor und Regisseur. Aufgewachsen größtenteils in Kiew, lebt er seit 2001 in Deutschland. Studium: Angewandte Mathematik am Polytechnischen Institut (KPI), Kiew; Filmregie an der Filmhochschule WGIK, Moskau. Filme (Auswahl): „Heute bauen wir ein Haus” (Сегодня мы построим дом, Dok. Kurzfilm, 1997), „Leben, Herbst” (Жизнь, осень, Dok. Kurzfilm, 1999), „Haltepunkt” (Полустанок, Dok. Kurzfilm 2000), „Die Siedlung” (Поселение, Dok. Langfilm, 2001), „Porträt” (Портрет, Dok. Kurzfilm, 2002), „Landschaft” (Пейзаж, Dok. Langfilm, 2003), „Die Fabrik” (Фабрика, Dok. Kurzfilm, 2004), „Blockade” (Блокада, Kurzfilm, 2005), „Artel” (Артель, Dok. Kurzfilm, 2006), „Die Vorstellung” (Представление, Dok. Langfilm, 2008), „Nordlicht” (Северный свет, Dok. Kurzfilm, 2008), „Mein Glück” (Счастье моё, Spielfilm, 2010), „Im Nebel” (В тумане, Spielfilm, 2012), „Der Brief” (Письмо, Dok. Kurzfilm, 2012), „Maidan” (Мaйдaн, Dok. Langfilm, 2014). In Vorbereitung: „Babi Yar”.

 

DER MODERATOR:

Christoph Hochhäusler Geb. 1972 in München. Autor, Regisseur. Revolver-Gründer und Mitherausgeber. Studium: Architektur an der TU, Berlin; Filmregie an der HFF, München. Filme (Auswahl): „Milchwald“ (2003), „Falscher Bekenner“ (2005), „Séance“ (Kurzfilm, Teil des Omnibusfilmes „Deutschland ’09“), „Unter Dir die Stadt“ (2010), „Eine Minute Dunkel“ (Teil der Trilogie „Dreileben“, zus. m. Christian Petzold und Dominik Graf, 2011), „Die Lügen der Sieger“ (2014).

Revolver Live! #42 - Serge Bozon: Deutsch-französischer Filmdialog

Freitag, 6. März 2015. Serge Bozon im Gespräch mit Pierre Gras

Moderation: Marcus Seibert, Dolmetscherin: Saskia Walker in französischer Sprache

Mit großem Interesse verfolgt Revolver seit Langem Filmemacher des Nachbarlands Frankreich. Serge Bozon, eine Schlüsselfigur des neuen französischen Kinos, war in Heft 30 mit einer Streitschrift vertreten und soll hier mit seiner Arbeit vorgestellt werden. Symptomatisch für die deutsche Aufmerksamkeit auf junge französische Filmemacher: Bozons letzter Film „Tiptop“ lief 2013 in Cannes, aber nicht in deutschen Kinos. Wir nehmen diese Lücke zum Anlass für ein Werkstattgespräch mit dem Filmemacher. Daran beteiligt sein wird auch der Autor Pierre Gras, der zuletzt Leiter des ACID, der französischen Vereinigung unabhängiger Kinomacher war. Sein Buch über das deutsche Kino nach der Wende „Good Bye Fassbinder!“ ist gerade in deutscher Übersetzung erschienen. Der Drehbuchautor und Rohmer-Übersetzer Marcus Seibert wird mit ihm zusammen die Veranstaltung moderieren. Simultandolmetscherin ist die Filmemacherin Saskia Walker. Vor der Veranstaltung wird der Film „Mods“ von Serge Bozon um 18:30 im Babylon zu sehen sein. Wir freuen uns, Marcus und Saskia
* Vorab Kinovorführung im Babylon (Rosa-Luxemburg-Str. 30, 10178 Berlin) 18:30 „Mods“ von Serge Bozon Revolver Live! um 20 Uhr Im Roten Salon
VOLKSBÜHNE AM ROSA-LUXEMBURG-PLATZ Linienstraße 227, 10178 Berlin

Revolver Live! #41 - Michael Baute: Filme über Filme.

Sonntag, 30.Januar 2015. Filmgespräch mit Michael Baute ff2ff1

Rebecca Romijn „im Spiegel” Barbara Stanwycks / Billy Wilders DOUBLE INDEMNITY in Brian De Palmas FEMME FATALE.

Über einen Film zu schreiben bedeutet immer Übersetzungsarbeit. Im System der Sprache muss zunächst eine Art Modell errichtet werden, in dem der Film aufscheint. Text-basierte Kritik und Analyse arbeitet also notwendig parallel zum Medium. Filme über Filme zu machen – und damit sozusagen im Medium zu bleiben –, galt lange Zeit als esoterische, wenig ernst zu nehmende Alternative. Mit der Demokratisierung der Produktions- und Distributionsmittel im Netz jedoch hat sich die audiovisuelle Filmkritik emanzipiert. Videoessays haben im cinephilen Diskurs inzwischen einen festen Platz. Michael Baute, einer der Gründer der newfilmkritik (eines der ältesten deutschen Filmblogs), hat sich immer wieder intensiv mit dem Genre des „filmvermittelnden” Films auseinandergesetzt. Zunächst als Chronist in dem Projekt Kunst der Vermittlung, später als Dozent und Praktiker dieser Form. Wir wollen mit ihm anhand von Beispielen aus seiner Werkstatt über Besonderheiten und Perspektiven audiovisueller Kritik sprechen, über die Produktionswirklichkeit und das Verhältnis zur „klassischen” Filmkritik.

Ziel ist ein offener Diskurs. Alle Filminteressierten sind dazu herzlich eingeladen.

Wir freuen uns

Christoph Hochhäusler, Nicolas Wackerbarth

Der Filmpublizist Michael Baute im Gespräch mit Christoph Hochhäusler und Nicolas Wackerbarth. Mit Videobeispielen.

Am FREITAG, den 30.01.2015 um 20.00 h im Roten Salon.

DER GAST:

Michael Baute, geboren 1968 in Bielefeld, seit 1995 in Berlin, ist Autor, Dozent, Medienarbeiter und Kurator. Schreibt und veröffentlicht seit 1992 zu Kino in Büchern, Katalogen, Zeitschriften (u.a. Jungle World, Sigi-Goetz Entertainment, Cargo, kolik.film, tip Berlin und taz) sowie im von ihm 2001 mitgegründeten Weblog newfilmkritik. 2006 Co-Herausgeber (zusammen mit Volker Pantenburg) von Minutentexte. The Night of the Hunter (Berlin: Brinkmann und Bose). 2008 Co-Autor des auf jenem Buch basierendem Hörspiel Minutentexte. The Night of the Hunter. Von 2008 bis 2009 künstlerischer Leiter des Projekts Kunst der Vermittlung. Aus den Archiven des Filmvermittelnden Films (kunst-der-vermittlung.de), welches sich mit der Erforschung, Sammlung und Verbreitung audiovisueller Formen von Film- und Kinovermittlung beschäftigte. Seit 2010 Lehrveranstaltungen und Workshops an Universitäten und Filmhochschulen, inklusive Produktion von Video-Essays. Letzte Film-Veröffentlichung (2010): Godardloop

DIE MODERATOREN:

Christoph Hochhäusler Geb. 1972 in München. Autor, Regisseur. Revolver-Gründer und Mitherausgeber. Studium: Architektur an der TU, Berlin; Filmregie an der HFF, München. Filme (Auswahl): „Milchwald“ (2003), „Falscher Bekenner“ (2005), „Séance“ (Kurzfilm, Teil des Omnibusfilmes „Deutschland ’09“), „Unter Dir die Stadt“ (2010), „Eine Minute Dunkel“ (Teil der Trilogie „Dreileben“, zus. m. Christian Petzold und Dominik Graf, 2011), „Die Lügen der Sieger“ (2014).

Nicolas Wackerbarth Geb. 1973 in München. Regisseur, Autor, Schauspieler. Revolver-Mitherausgeber. Studium: Schauspiel an der Bayerischen Theaterakademie München; Filmregie an der DFFB, Berlin. 1996–97 Schauspiel Frankfurt, 1997–2000 Städtische Bühnen Köln. Filme (Auswahl): „Anfänger!“ (TV, 2004), „Westernstadt“ (Dok., 2005), „Halbe Stunden“ (Kurzfilm, 2007), „Unten, Mitte, Kinn“ (2011), „Halbschatten“ (2013).

Revolver Live! #40 - Ruben Östlund: Kein Held, nirgends.

Sonntag, 2.November 2014. Filmgespräch mit Ruben Östlund

Der schwedische Filmemacher Ruben Östlund im Gespräch mit Christoph Hochhäusler und Peter Hecker (in englischer Sprache).

Der schwedische Regisseur Ruben Östlund hat nach nur vier Filmen ein filmisches Universum umrissen, das seinesgleichen sucht. Es handelt einerseits vom Unbehagen, ja Horror einer bürgerlichen Existenz, die zunehmend passiv definiert scheint. Der Titel seines zweiten Films ist dabei Programm: „De ofrivilliga”, Unfreiwillig, manövrieren sich die Figuren in die Enge einer repressiven Leere, die unser modernes Leben bestimmt. Souveränes Handeln, gar Heldentum, kommt nicht vor. Andererseits liegt im vergeblichen Charakter der Anstrengungen immer auch etwas Komisches. Östlunds Blick oszilliert zwischen „klinischer” Strenge und einem abgründigen Humor, der die Figuren davor bewahrt, zu bloßen Funktionären einer Idee zu werden. Gerade weil er die Überwachungslogik der visuellen Ebene mit einem ungezähmten Realismus der Details kontert, entfalten die Filme eine so große emotionale Wirkung. Mit „Turist”, der auf den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes für Furore gesorgt hat (Jurypreis der Sektion „Un Certain Regard”), schafft es nun zum ersten Mal ein Film des Regisseurs regulär ins deutsche Kino. Für uns der willkommene Anlass, Östlund über seine filmische Arbeit zu befragen.

*

VOLKSBÜHNE AM ROSA-LUXEMBURG-PLATZ, Roter Salon Linienstraße 227, 10178 Berlin
030 240655 Tickets 8,- Euro bzw. 6,- Euro (ermäßigt)

Revolver Live! #39 - Was ist aktivistische Filmkritik?

Fr. 24.10.2014 Dunja Bialas, Frédéric Jaeger und Claus Löser im Gespräch mit Christoph Hochhäusler und Nicolas Wackerbarth

Johann+Friedrich+Naumann,+1818

Auf den diesjährigen Kurzfilmtagen in Oberhausen hat ein Flugblatt für Aufsehen gesorgt. Als Reaktion auf ein zunehmend „konventionelles und formelhaftes Kino“ und dem dazu konformen Service-Journalismus wird darin eine „aktivistische Filmkritik“ gefordert. Die Kritiker müssten ihren „passiven Pragmatismus überwinden und den Aktivismus für sich wiederentdecken“, schreiben die Verfasser. Dafür wolle man auch „wirtschaftliche Risiken” tragen – ein direktes Zitat aus dem Oberhausener Manifest von 1962. Zu den konkreten Ankündigungen der Unterzeichner gehört die Durchführung einer „Woche der Kritik“ parallel zur Berlinale. Aber was muss man sich darunter vorstellen? Eine deutsche „Semaine de la critique“? – in bewusster Verletzung jener Neutralität, auf die die deutsche Kritik sonst so gerne pocht? Und wie wollen die Aktivisten ihre Ideen – „Freiräume müssen permanent erkämpft werden“ – von den Fahnen auf die Straße bringen? Wir haben drei der Initiatoren eingeladen, ihre Vorstellungen in einem offenen Gespräch mit uns zu diskutieren.

Alle Filminteressierten sind dazu herzlich eingeladen.

Wir freuen uns!

Im Roten Salon der Volksbühne, 20 Uhr

DIE GÄSTE:

Dunja Bialas Dunja Bialas ist Redakteurin des Online-Filmmagazins Artechock. Von 2002-2013 arbeitete sie als Kuratorin beim Internationalen Dokumentarfilmfest München (Dok.fest) und verantwortete von 2011-2013 die Auswahl der Filme für den Internationalen Wettbewerb. 2006 gründete sie zusammen mit Bernd Brehmer (Werkstattkino München) das Independent-Filmfestival UNDERDOX – dokument und experiment. Seit 2014 ist sie als Organsatorin und Programmberaterin bei den Münchner  Filmkunstwochen tätig. Sie ist seit Mai 2013 Vorstandsmitglied des VdFk (Sprecherin). Außerdem ist sie im Vorstand des Festivalverbands Filmstadt München e.V. (seit 2013). Dunja Bialas lebt und arbeitet in München.

Frédéric Jaeger Frédéric Jaeger ist Chefredakteur von critic.de, einem filmästhetisch und kulturpolitisch engagiertem Online-Kinomagazin. Schwerpunkte in seiner Arbeit sind Produktionsdiskurse, französische Filme, deutscher Nachwuchs und die Vermittlung von Kino und Kritik an Jugendliche. Medienpädagogische Projekte betreut er regelmäßig seit 2005, unter anderem für die Berlinale-Sektion Perspektive Deutsches Kino und in Cannes für die Semaine de la Critique, wo er den Workshop „Ganz Junge Kritik“ von 2005 bis 2011 geleitet hat. Seit 2010 war er Mitglied im Beirat des Verbands der deutschen Filmkritik. Seit 2013 ist er geschäftsführender Vorstand. Er hat Filmwissenschaft und Philosophie an der Freien Universität Berlin studiert.

Claus Löser Geboren 1962 in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz). Seit 1980 entstehen Texte, Musik und Filme. 1990 bis 1995 Filmstudium in Potsdam-Babelsberg (Diplom). Seit 1990 Programmgestalter für das „BrotfabrikKino“ in Berlin. Seit 1992 freier Filmkritiker (u.a. für taz, Berliner Zeitung, film-dienst). 1996 Gründung der Sammlung „ex.oriente.lux – Experimentalfilmarchiv Ost 1976 bis 1989“ und Herausgabe des Buchs „Gegenbilder – Filmische Subversion in der DDR“. 2009: Dokumentarfilm „Behauptung des Raums – Wege unabhängiger Ausstellungskultur in der DDR“. 2011: Promotion, Veröffentlichung des Buches „Strategien der Verweigerung“. Mitglied der BKM-Jury für Drehbuch- und Produktionsförderung und des Beirats der DEFA-Stiftung. Seit 2013 Vorstandsmitglied des VDFK. Arbeitet als Autor, Filmemacher, Kurator und Lehrbeauftragter in Berlin.

DIE MODERATOREN:

Christoph Hochhäusler

Geb. 1972 in München. Autor, Regisseur. Revolver-Gründer und Mitherausgeber. Studium: Architektur an der TU, Berlin; Filmregie an der HFF, München. Filme (Auswahl): „Milchwald“ (2003), „Falscher Bekenner“ (2005), „Séance“ (Kurzfilm, Teil des Omnibusfilmes „Deutschland ’09“), „Unter Dir die Stadt“ (2010), „Eine Minute Dunkel“ (Teil der Trilogie „Dreileben“, zus. m. Christian Petzold und Dominik Graf, 2011), „Die Lügen der Sieger“ (2014).

Nicolas Wackerbarth

Geb. 1973 in München. Regisseur, Autor, Schauspieler. Revolver-Mitherausgeber. Studium: Schauspiel an der Bayerischen Theaterakademie München; Filmregie an der DFFB, Berlin. 1996–97 Schauspiel Frankfurt, 1997–2000 Städtische Bühnen Köln. Filme (Auswahl): „Anfänger!“ (TV, 2004), „Westernstadt“ (Dok., 2005), „Halbe Stunden“ (Kurzfilm, 2007), „Unten, Mitte, Kinn“ (2011), „Halbschatten“ (2013).

Revolver Live! #38 - Albert Serra: Die Grenzen der Sehnsucht.

Sonntag 7.9.2014 Werkstattgespräch Albert Serra

Eine Veranstaltung von Revolver, Zeitschrift für Film in Zusammenarbeit mit dem Arsenal, Institut für Film und Videokunst Moderation: Nicolas Wackerbarth

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Unerbittlich führt Albert Serra uns an die Grenzen der Sehnsucht, an die Grenzen des Filmemachens. Ein Gespräch mit dem katalanischen Regisseur über die Kostbarkeit vertaner Drehtage und die Lasten filmischer Prämissen. Zu Beginn der Veranstaltung zeigen wir Serras sehenswerten Kurzfilm CUBA LIBRE, der im Rahmen seines 101-stündigen Filmprojekts für die Documenta 13 entstanden ist.

Freue mich auf den kommenden Sonntag,

Nicolas Wackerbarth

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ALBERT SERRA Autor, Regisseur, Produzent, geb. 1975 Filme: HONOR DE CAVALLERIA (Honor of the Knights, 2006) EL CANT DELS OCELLS (Birdsong, 2008) EL SENYOR HA FET EN MI MERAVELLES (Lord Worked Wonders in Me, Spanien 2011) ELS NOMS DE CRIST (The Names of Christ, 2011) HISTÒRIA DE LA MEVA MORT (Story of My Death, 2013)

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18:00: CUBA LIBRE – Spanien 2013, 18 min Film von Albert Serra

Kino Arsenal Potsdamer Strasse 2, 10785 Berlin U-Bahn / S-Bahn Potsdamer Platz

Revolver Live! #37 - Razvan Radulescu: Aus der Werkstatt des neuen rumänischen Kinos.

Fr 25.4.14 Drehbuchautor Razvan Radulescu im Gespräch mit Nicolas Wackerbarth, in englischer Sprache.

RAZVAN RADULESCU hat das neue rumänische Kino geprägt wie kein anderer. Zwischen seinem ersten, gemeinsam mit dem Regisseur Cristi Puiu geschriebenem Drehbuch für MARFA SI BANII, der 2001 zur Initialzündung der neuen rumänischen Welle wurde und seinem bislang letztverfilmten, das er mit Peter Calin Netzer für dessen Film POZITIA COPILULUI (Mutter und Sohn, 2012) schrieb, liegen, gemeinsam mit Puiu, die Bücher zu MOARTEA DOMNULUI LAZARESCU (Der Tod des Herrn Lazarescu, 2005) und NIKI ARDELEAN, COLONEL IN REZERVA (Lucian Pintilie, 2003), gemeinsam mit Radu Muntean und Alexandru Baciu die Bücher zu Munteans drei letzten Spielfilmen HARTIA VA FI ALBASTRA (2006), BOOGIE (2008) und MARTI, DUPA CRACIUN (Tuesday, After Christmas, 2010).

Wie mit einem Drehbuch eine neue nationale Kinematographie entworfen wurde, wie diese als Geschichte der Entwicklung von Erzählweisen noch zu schreiben ist, wie eine Gesellschaft in filmischen Szenen eingeht und formalästhetische Entscheidungen ein kritisches Kino produzieren, welches Verhältnis Razvan Radulescus Drehbucharbeit schließlich zu seiner Zeitgenossenschaft und Filmlektüre unterhält: diesen Fragen widmet sich Revolver Live! gemeinsam mit seinem Publikum.

Wir freuen uns!

Nicolas Wackerbarth

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Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Linienstraße 227 10178 Berlin Tel +49-30-24065-5 info@volksbuehne-berlin.de Eintritt 5 Euro

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GAST Razvan Radulescu

Geboren 1969 in Bukarest. Autor und Regisseur. Studium der Romanistik an der Bukarester Universität, Opernregie an der Bukarester Kunstakademie. Lehre: Dramaturgie an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und an der ESAV Marrakesch. Lebt in Bukarest und Berlin. Drehbücher (Auswahl): Marfa si banii (Co-Autor: Cristi Puiu, 2001), Niki Ardelean, colonel in rezerva (Co-Autor: Cristi Puiu, 2003), Moartea domnului Lazarescu (Der Tod des Herrn Lazarescu, Co-Autor: Cristi Puiu, 2005), Hartia va fi albastra (The Paper Will Be Blue, Co-Autoren: Alexandru Baciu, Radu Muntean, 2006), Boogie (Co-Autoren: Alexandru Baciu, Radu Muntean, 2008), Marti, dupa craciun (Tuesday, After Christmas, Co-Autoren: Alexandru Baciu, Radu Muntean, 2010), Principii de viata (Principles of Life, Co-Autor: Alexandru Baciu, 2011), Die feinen Unterschiede (Co-Autoren: Melissa de Raaf, Sylvie Michel, 2012), Pozitia copilului (Mutter und Sohn, Co-Autor: Peter Calin Netzer, 2012). Filme: Felicia, inainte de toate (Co-Autor und Co-Regie: Melissa de Raaf, 2009). Romane: Viata si faptele lui Ilie Cazane (1996), Teodosie cel Mic (1998/2006).

MODERATION Nicolas Wackerbarth

Geboren 1973. Regisseur, Autor und Schauspieler. Mitherausgeber der Filmzeitschrift Revolver. Studium: Schauspiel an der Bayerischen Theaterakademie, München; Filmregie an der dffb, Berlin. Theater: Schauspiel Frankfurt, Städtische Bühnen Köln (1996 – 2000). Filme: Anfänger (Kurzfilm, 2004), Westernstadt (Dokumentarfilm, 2006), Halbe Stunden (Kurzfilm, 2007), Unten Mitte Kinn (Spielfilm, 2011), Halbschatten (Spielfilm, 2013).

Revolver Live! #36 – Arne Feldhusen: Akademisches und nichtakademisches Filmemachen.

Donnerstag 17.4.2014.  Gespräch mit Arne Feldhusen

Deutschland ist ein seltsames Land. Es geriert sich als Land des Ausgleichs, aber eigentlich gibt es nur wenige Orte auf der Welt, wo sich gesellschaftliche Klassen so wenig mischen oder auch nur füreinander interessieren. In keinem künstlerischen Feld manifestiert sich diese Trennung stärker als in der deutschen Film- und Fernsehlandschaft. Öffentlich-rechtliches Fernsehen für die Akademiker, Privatfernsehen für die vermeintliche Unterschicht. Belehrendes, oft asexuelles Programmkino für die Abiturienten und antiintellektuelle, unscharfe Komödien für die Vorstadt. Beides kommt ohne Schmutz aus. Denn der Schmutz das wäre die Mischung, die Verunreinigung. Und da wird es interessant.

Arne Feldhusen hat für beide Seiten gearbeitet, bewegt sich filmisch zwischen den Lagern.

Mit filmischen Arbeiten wie STROMBERG, DER TATORTREINIGER, MORD MIT AUSSICHT, LADYKRACHER, DER KLEINE MANN, ZWEI ENGEL FÜR AMOR usw. Ich will mit ihm über akademisches und nichtakademisches Filmemachen sprechen, über den Sex-Appeal des jeweils Fremden, darüber, wie man das zwei-Klassen-Filmemachern überwinden kann, wie man die Komödie, die am meisten unter E und U gelitten hat, wiederbeleben kann, aber auch über neue Vertriebsformen, die das Problem möglicherweise schneller aus der Welt schaffen, als wir uns heute vorstellen können.

Filmausschnitte wird es dazu geben (wenn ich es noch schaffe, eine Auswahl zusammenzustellen).

Und alle können und sollen natürlich mitreden.

Wir freuen uns auf Euren Besuch.

Franz Müller

Volksbühne, Roter Salon

Revolver Live! #35 – Ramon und Silvan Zürcher: Merkwürdiger Alltag.

Freitag 14.3.2014.  Die Filmemacher Ramon und Silvan Zürcher

20:00 Roter Salon Moderation: Toby Ashraf

„Merkwürdig kommt von des Merkens würdig“, sagt Ramon Zürcher. Damit bringt er seine eigene filmische Arbeit in einem Satz auf den Punkt, denn plötzlich sieht und hört man die Eigenwilligkeiten des Alltags so neu als wäre man ihnen vorher nie begegnet. Eine Wasserflasche auf dem Fahrrad, eine Fensterscheibe in der U-Bahn, ein Pfandautomat im Supermarkt, eine rote Katze auf dem Küchentisch und Menschen, die beim Erzählen gedankenverloren aneinander vorbei kommunizieren. Zürcher denkt, baut und choreografiert das Nebensächliche so gewitzt anders, dass Dinge, Personen und Tiere zu gleichberechtigten Katalysatoren seines poetischen Filmkosmos werden. Was erst beiläufig wirkt und dem Zufall zu folgen scheint, ist dabei vorher minutiös geplant und zuletzt sogar modellhaft am Computer entworfen worden. Ein Gespräch über den Lauf der Dinge und ein anderes filmisches Erzählen.

Ziel ist ein offener Diskurs. Alle Filminteressierten sind dazu herzlich eingeladen.

Anlässlich von Revolver Live! zeigt das Fsk Kino „Das merkwürdige Kätzchen“ noch einmal am Donnerstag, 13.03.2014 abends.

Fsk Kino Segitzdamm 2 10969 Berlin Tel +49.30.6142464

Revolver Live! #34 – Peter Liechti.

Filmemacher Peter Liechti im Gespräch mit Benjamin Heisenberg und Hannes Brühwiler

Am Sonntag, den 26.1.2014 um 16:30h im Rahmen der Solothurner Filmtage (CH).

Peter Liechti gehört zu den prägenden Schweizer Filmemachern der vergangenen 30 Jahre. Sein Werk besteht zumeist aus dokumentarischen Arbeiten, zeichnet sich jedoch durch eine ausgesprochene Offenheit hin zum Avantgarde-, Essay- und Spielfilm aus. Musik, Kunst und das gesprochene Wort sind dominierende Aspekte seiner Arbeit. Vor allem jedoch zeugen seine Filme von einer ununterbrochenen Suche nach Bildern.

 
 
Peter Liechti
Geb. 1951 in St. Gallen (Schweiz). Regisseur, Autor, Produzent. Filme (Auswahl): Ausflug ins Gebirge (1986), Tauwetter (1987), Kick That Habit (1989), Grimsel (1990), Signers Koffer (1996), Marthas Garten (1997), Hans im Glück (2003), Namibia Crossing (2004), Hardcore Chambermusic (2006), The Sound of Insects – Record of a Mummy (2009), Vaters Garten – Die Liebe meiner Eltern (2013).

Revolver Live! #33 – Günter Stahnke: Zwischen den Stühlen.

Montag 2.12.2012. Günter Stahnke im Gespräch mit Christoph Hochhäusler

DER FRÜHLING BRAUCHT ZEIT (DDR 1965)

GÜNTER STAHNKE: ZWISCHEN DEN STÜHLEN

Regisseur Günter Stahnke im Gespräch mit Christoph Hochhäusler.
 
 
Den Text der Veranstaltung gibt es → hier.
 
Am Montag, den 2.12.2013 um 19.30 h im Roten Salon*.
 
Günter Stahnke gehört zu den Geschlagenen der DEFA. Seine Filme – darunter FETZERS FLUCHT (1962), MONOLOG FÜR EINEN TAXIFAHRER (1964), DER FRÜHLING BRAUCHT ZEIT (1965) -, werden verboten, verstümmelt, unter Verschluss gehalten, bis ihm schliesslich nur die „Heitere Dramatik” des DDR-Fernsehens bleibt. Aber trotz großer Erfolge und beispielloser Produktivität eckt er auch in der leichten Muse an, einige seiner späteren Arbeiten (FAMILIE BIRNCHEN, FISCHZÜGE) werden nicht oder nur zensiert gezeigt. Ein Gespräch (mit Filmausschnitten) über seine Filmarbeit zwischen den Stühlen, über Widerstehen und Weitermachen. Um das ideologische Minenfeld der DDR-Medienpraxis anschaulicher zu machen, wird die Schauspielerin Helga Piur (die mit Günter Stahnke verheiratet ist) flankierend aus einigen Briefen und offiziellen Dokumenten zum „Fall Stahnke” lesen.
 
Ziel ist ein offener Diskurs. Alle Filminteressierten
sind dazu herzlich eingeladen.
 
*
Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz
Linienstraße 227
10178 Berlin 
Tel +49.30.24 065 – 5
Fax +49.30.24 065 642
info@volksbuehne-berlin.de
 
 
Günter Stahnke
Geb. 1928 in Misdroy (heute Miedzyzdroje), aufgewachsen in Berlin. Autor, Regisseur, Schauspieler. Studium: Schauspiel, Pädagogik. Arbeiten als Schauspieler, Filmkritiker, Theater- Film- und Fernsehregisseur. 
 
Filme (Auswahl): 
PETER UND DAS EINMALEINS MIT DER SIEBEN (1962), VOM KÖNIG MIDAS (1962), FETZERS FLUCHT (1962), DOPPELT ODER NICHTS (1964), MONOLOG FÜR EINEN TAXIFAHRER (1964), DER FRÜHLING BRAUCHT ZEIT (1965), MÄRCHENBRUNNEN (1969), TELEGENERELL (1969), EIN ENGEL REIST INS PARADIES (1972), FISCHZÜGE (1973), REIZENDE FERIEN (1973), WIE SAG ICH’S MEINEN KINDERN (1974), DAS SOMMERHAUS (1975), DU BIST DRAN MIT FRÜHSTÜCK (1975), EIN BUMS WIRKT MANCHMAL WUNDER (1975), MÄNNERWIRTSCHAFT (1975), IN FÜNF RUNDEN DURCH LIEBE K.O. (1976), DER GRAUE HUT (1977), ICH BIN NICHT MEINE TANTE (1978), SONNIG, ABER FROSTEINBRÜCHE (1978), NICHT VERZAGEN, TRUDCHEN FRAGEN (1980), NIEMAND LIEBT DICH – WIESO ICH (1980), WIE DAS LEBEN SO SPIELT (1980), DER KUCKUCK BIN ICH (1981), HAUSTHEATER (1981), ABENDS IM KELCH (1983), FAMILIE INTAKT (1984), KARL KÖNIG (1986), LEUTE SIND AUCH MENSCHEN (1986), MARIANNE (1986), EMMA (1987), MAXE BAUMANN AUS BERLIN (1987), DIE GLUCKE (1988), KATHRIN (1988), DER MANN IM SCHRANK (1989), DER SCHLÜSSEL ZUM GLÜCK (1989), AEROLINA (7 Teile, 1990), KLEIN, ABER CHARLOTTE (1990), DER MILLIONÄR (1996).
 
Christoph Hochhäusler
Geb. 1972 in München. Autor, Regisseur. Studium: Architektur an der TU, Berlin; Filmregie an der HFF, München. Zahlreiche filmpublizistische Arbeiten, u.a. als Gründer und Mitherausgeber der Filmzeitschrift „Revolver” (seit 1998).
 
Filme (Auswahl): MILCHWALD (2003), FALSCHER BEKENNER (2005), SÉANCE (Kurzfilm, 2009), UNTER DIR DIE STADT (2010), EINE MINUTE DUNKEL (Teil der Dreileben-Trilogie, zus. m. Christian Petzold und Dominik Graf, 2011), LICHTJAHRE (2014).

Revolver Live! #32 – Ula Stöckl: Paargeschichten.

Dienstag 1.10.2013.  Ula Stöckl im Gespräch mit Saskia Walker

Die Regisseurin Ula Stöckl spricht über ihr Werk, vom freien Essay-Spielfilm „Neun Leben hat die Katze“ (1968) bis zum Nachwende-Spielfilm „Das alte Lied“ (1992).

Insbesondere das Zusammenleben von Ehepaaren, Elternpaaren, Liebespaaren, Freundespaaren wird in den Filmen der Regisseurin immer  wieder neu verhandelt. Ula Stöckl gelingt es dabei, das Private und das Politische differenziert zu betrachten. Männer werden nicht gegen Frauen ausgespielt, Frauen nicht gegen Männer. Was bedeutet diese Haltung vor dem Hintergrund der Frauenrechtsbewegung und der aktuellen Debatten? Wie ist es heute um das Zusammenleben von Paaren bestellt? Diese und weitere Fragen sollen in einem offenen Gespräch erörtert werden.

Wir freuen uns auf einen lebhaften Abend!

Saskia Walker

Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Linienstraße 227 10178 Berlin Tel +49.30.24 065 – 5 Fax +49.30.24 065 642 info@volksbuehne-berlin.de

DER GAST:

Ula Stöckl Geboren 1938 in Ulm. Mittlere Reife, Ausbildung zur Sekretärin. Sprachstudium in Paris und London. Arbeit als Fremdsprachen- und Direktionssekretärin und Redaktionsassistentin. 1963 Studium am Institut für Filmgestaltung in Ulm. 1968 eigene Produktionsfirma. Arbeit als Spielfilmregisseurin. Zusätzlich Arbeit als Theaterregisseurin,  Kuratorin für Filmfestivals wie das Festival des Films de Femmes, der Berlinale und der Filmfestspiele von Venedig. Lehraufträge an der dffb Berlin, der Hollins University in Roanoke, Virginia und der University of  Central Florida in Orlando.

Filme (Auswahl): „„Antigone“ (Kurzfilm, 1964), „„Miniaturen“, „„Haben Sie Abitur?“ (Kurzfilme,1965), „„Neun Leben hat die Katze“ (1971), „„Geschichten vom Kübelkind“ (1971, zusammen mit Edgar Reitz), „„Das goldene Ding“ (1972, zusammen mit Edgar Reitz), „„Ein ganz perfektes Ehepaar“ (1974), „„Erikas Leidenschaften“ (1976), „„Den Vätern vertrauen gegen alle Erfahrung“ (1981/82), „„Der Schlaf der Vernunft“ (1984), „„Das alte Lied“ (1992).

DIE GESPRÄCHSPARTNERIN:

Saskia Walker Geboren 1970 in Köln. Regisseurin, Autorin, Übersetzerin. Studium: Kunstgeschichte, Französisch, Russisch. Aufbaustudium Film an der KHM, Köln.

Filme (Auswahl): „Das Bliesheimer Kreuz – Bernd Alois Zimmermann“ (Dok., 1998), Osterwasser“ (Kurzspielfilm, 2000), „Détruire, dit-elle oder wo ist Adam“ (Dok., 2002), „Eva von Autun“ (Dok., 2003), „Uwe Johnson sieht fern“ (Dok., 2006). „Soll und Haben Revision“ (Kurzspielfilm, 2012), zusammen mit Ralf Hechelmann für „Hands on Fassbinder“. In Vorbereitung: „Sprache: Sex“ (Dok.), „A und B“ (Spielfilm)

Revolver Live! #31 – Nadav Lapid.

18.10.2012.  Gespräch mit Nadav Lapid

An einem selbst aufgenommenem Handy-Film einer Demonstration im ostjerusalemer Stadtteil Sheikh Jarrah versuchen wir die politischen Kräfte und Bewegungen in Israel abzulesen und sprechen über die Grenzen der Fiktionaliserung gegenwärtiger politischer Verhältnisse.

Moderation: Nicolas Wackerbarth

– IN ENGLISCHER SPRACHE –

*

„HA-SHOTER“(„POLICEMAN“)

In seinem Debüt „Ha-Shoter“ erschafft Nadav Lapid eine Allegorie, die die aktuelle politische Lage seines Landes, Israels, reflektiert. In Fragmenten erzählt er von verschiedenen Lebenswegen, die sich kreuzen und zu einem Drama verdichten. Die ethnische und religiöse Heterogenität der israelischen Gesellschaft, die sozialen Spannungen im Land, die aus der Besetzung Palästinas resultierenden Gewaltakte und die ständige Bedrohung durch radikal-islamistische Gruppierungen ergeben eine solche Sprengkraft, dass sich die Frage, wie ein Staat das noch zusammenhalten, wie ein Land das noch aushalten kann, geradezu aufdrängt.

Der Film „Ha-Shoter“ stellt folgende Hypothese auf: Was würde passieren, wenn die Gewalt sich nicht mehr gegen das andere, sondern gegen das eigene Volk richtet?

Das Gespräch findet im Rahmen der von REVOLVER initiierten Veranstaltungsreihe HANDS ON FASSBINDER statt.

Ziel ist ein offener Diskurs. Alle Filminteressierten sind dazu herzlich eingeladen.

Euer Nicolas Wackerbarth

*

Collegium Hungaricum Berlin (CHB) Dorotheenstraße 12 10117 Berlin-Mitte U-Bahn: Friedrichstraße Tram: M1, 12, Am Kupfergraben

Das ausführliche Programm der ganzen Veranstaltungsreihe finden Sie unter www.handsonfassbinder.de

*

Zu sehen ist der Film „HA-SHOTER“ („POLICEMAN“)

am Do, den 18.10.12 20 Uhr im Kino Moviemento auf dem Israel Film Festival Berlin www.israelfilmfestivalberlin.com

Bundesweiter Start ist am 25.10.12, Termine und Kinos finden Sie unter: gmfilms.de

„HA-SHOTER“ („POLICEMAN“) Regie/Buch: Nadav Lapid, IL 2011, 105 min, OV (Hebrew) mit deutschen Untertiteln 
mit: Yiftach Klein, Yaara Pelzig, Michael Moshonov, Menashe Noy, Ben Adam, Michael Aloni, Meital Barda, Gal Hoyberger, Shaul Mizrahi, Rona-Lee Shim´on

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ENGLISH VERSION

I   N   V   I   T   A   T   I   O   N

REVOLVER LIVE! (31) FILM TALK WITH NADAV LAPID SUNDAY, 28.10.2012 14 O´CLOCK, AT THE CHB

Ensuing from an own cell phone made film of a demonstration in the neighborhood of Sheikh Jarrah in East Jerusalem, we want to deduce the political forces and movements in Israel and talk about the limits of fictionalizing the contemporary political situation.

Host: Nicolas Wackerbarth

– IN ENGLISH LANGUAGE –

*

„HA-SHOTER“(„POLICEMAN“)

In his debut, „Ha-shoter“ Nadav Lapid creates an allegory, which reflects the current political situation in his country, Israel. In fragments he tells us about different ways of life, which cross and condense into a Drama. The ethnic and religious diversity of Israeli society, the social tensions in the country, resulting from the occupation of Palestine, the violence and the constant threat of radical Islamist groups producing such explosive forces, that the question, how a state can still be hold together, how a country can still hold out this pressure, really suggests itself.

The film „Ha-shoter“ presents the following hypothesis: What would happen if the violence is directed not against the other, but against their own people?

The conversation takes place in the context of HANDS ON FASSBINDER.

Our goal is an open discourse. Everybody interested in cinema is welcome.

Yours Nicolas Wackerbarth

*

DER GAST:

Nadav Lapid Geb 1975 in Tel Aviv. Autor, Regisseur. Studium: Geschichte und Philosophie an der Universität in Tel Aviv,Film an der Sam Spiegel Film- und Fernsehschule in Jerusalem. Bücher: Continua Bailando (2003). Filme: Proyect Gvul (Kurzfilm 2004), Kvish (Kurzfilm, 2005), Ha-Chavera Shell Emile (2006), Ha-Shoter (2011).

MODERATION:

Nicolas Wackerbarth Geb. 1973 in München. Autor, Regisseur, Schauspieler. Studium: Schauspiel an der Bayerischen Theaterakademie München; Filmregie an der DFFB, Berlin. Theaterengagements: 1996-97 Schauspiel Frankfurt, 97-2000 Städtische Bühnen Köln. Filme (Auswahl): „Anfänger!“ (TV, 2004), „Westernstadt“ (Dok., 2005), „Halbe Stunden“ (Kurzfilm, 2007), „Unten Mitte Kinn” (2011), Halbschatten (2013).

*

THE GUEST:

Nadav Lapid Born 1975 in Tel Aviv. Writer, director. Studies: history and philosophy at the University in Tel Aviv,Film direction at the Sam Spiegel – Film and Television School in Jerusalem. Books: „Continua Bailando“ (2003). Films: „Proyect Gvul“ (Shortfilm 2004), „Kvish“ (Shortfilm, 2005), „Ha-Chavera Shell Emile“ (2006), „Ha-Shoter“ (2011).

THE HOST:

Nicolas Wackerbarth Born 1973 in Munich. Writer, director, actor. Studies: acting at Bayerische Theaterakademie Munich; film direction at DFFB, Berlin. Theatre: 1996-97 Schauspiel Frankfurt, 97-2000 Städtische Bühnen Cologne. Selected filmography: „Anfänger!“ (TV, 2004), „Westernstadt“ (Doc., 2005), „Halbe Stunden“ (short, 2007), „Unten Mitte Kinn” (2011), „Halbschatten (2013).

Revolver Live! #30 – Close-up Arsenal

15.9.2012. Innenansichten einer modernen Kinemathek Bill+Brandt Foto Bill Brandt

Milena Gregor, Birgit Kohler und Stefanie Schulte Strathaus im Gespräch mit Ekkehard Knörer und Christoph Hochhäusler.

Am Samstag, den 15.09.2012 um 18 h im Centrum Hungaricum Berlin (.CHB)*, im Rahmen von Hands on Fassbinder.

Das Berliner ARSENAL gehört zu den bekanntesten Filminstitutionen Europas. Als „Institut für Film und Videokunst e.V.“ betreibt es nicht nur das wichtigste Kino Berlins, sondern ist unter anderem auch in Sachen Vertrieb, Archivierung und – im Rahmen des Forums der Berlinale – als kuratorische Instanz aktiv. Die „Gralshüter(innen) der Filmkunst“ – Milena Gregor, Birgit Kohler und Stefanie Schulte Strathaus stehen dem Verein gemeinsam vor – haben allerdings nicht nur mit einer dürftigen finanziellen Ausstattung und den Tücken des Standorts zu kämpfen. Es ist die Definition der Aufgaben selbst, die mehr und mehr zur kontroversen Frage wird. Angesichts eines Kinos, dessen – soziale, politische, ästhetische – Identität in Auflösung begriffen ist, wollen wir über Bedingungen, Ziele und Widersprüche einer modernen Kinemathek diskutieren.

Ziel ist ein offener Diskurs. Alle Filminteressierten sind dazu herzlich eingeladen.

*

Collegium Hungaricum Berlin (Haus Ungarn) Ungarisches Kulturinstitut Dorotheenstraße 12 10117 Berlin

DIE GÄSTE

Milena Gregor Ko-Direktorin des Arsenal – Institut für Film und Videokunst in Berlin. Studierte Romanistik, Anglistik und Filmwissenschaft in Berlin, Paris und Norwich (UK). Vor, während und nach ihrem Studium war sie tätig als Regie- und Produktionsassistentin sowie in der Organisation des Festival del Film Locarno und des Internationalen Forums der Berlinale. Arbeit an Retrospektiven zu Luchino Visconti, Michelangelo Antonioni, John Ford, Japanisches Kino der 80er Jahre, Akira Kurosawa, Nanni Moretti, Andrzej Wajda sowie der Magical History Tour. 2007 war sie Mitinitiatorin von „Was ist Kino?“, dem Filmvermittlungsprogramms für Kinder, Jugendliche und Lehrer im Arsenal-Institut.

Birgit Kohler Ko-Direktorin des Arsenal – Institut für Film und Videokunst in Berlin. Programmkuratorin und Filmwissenschaftlerin. Kuratorische Projekte zu u.a. Chantal Akerman, Lisandro Alonso, Catherine Breillat, Pedro Costa, Jean-Pierre & Luc Dardenne, Claire Denis, Lav Diaz, Miguel Gomes, Brillante Mendoza, Maurice Pialat, Agnès Varda, Apichatpong Weerasethakul. Mitglied im Auswahlkomitee des Forums der Berlinale. Mitherausgeberin des Internetmagazins nachdemfilm.de, Herausgeberin der Publikation „Performing Documentary“ sowie mehrerer Kinemathekhefte. Außerdem diverse Lehraufträge (zuletzt: Kuratieren in Theorie und Praxis), Vorträge und Veröffentlichungen.

Stefanie Schulte Strathaus Ko-Direktorin des Arsenal – Institut für Film und Videokunst in Berlin. Filmwissenschaftlerin, Film- und Videokuratorin. Mitglied des Auswahlkomitees des Berlinale Forums, sowie Gründerin und Leiterin des Berlinaleprogramms Forum Expanded, das die Grenzen zwischen Film und anderen Künsten in den Blickpunkt stellt. Kuratorin zahlreicher Filmprogramme, Retrospektiven und Ausstellungen, darunter Michael Snow, Guy Maddin, Heinz Emigholz, Birgit Hein, Ulrike Ottinger, Stephen Dwoskin. Zur Zeit Leitung des Projekts „Living Archive – Archivarbeit als künstlerische und kuratorische Praxis der Gegenwart“ am Arsenal – Institut für Film und Videokunst. Veröffentlichungen u.a. in ‚Frauen und Film‘, ‚The Moving Image‘,’Texte zur Kunst‘, ‚Ästhetik & Kommunikation‘ und in der ‚Schriftenreihe Kinemathek‘.

DIE MODERATOREN

Ekkehard Knörer Zeitschriftenredakteur, Kulturwissenschaftler und Filmkritiker. Lehraufträge (Literatur- und Filmwissenschaft) an den Universitäten Frankfurt (Oder), Erfurt, Konstanz und der FU Berlin. Mitgründer, Herausgeber und Redakteur der Zeitschrift „Cargo”, Redakteur der Zeitschrift „Merkur”. Verfasste bis 2011 die Filmkolumne „Im Kino“ beim Online-Magazin Perlentaucher, schreibt regelmäßig, unter anderem die alle zwei Wochen erscheinende DVD-Kolumne „dvdesk“ für die taz. Außerdem Artikel für „Kolik“, „new filmkritik“ u. a.. Zahlreiche Aufsätze in wissenschaftlichen Zeitschriften und Sammelbänden.

Christoph Hochhäusler Autor, Regisseur. Studium: Architektur an der TU, Berlin; Filmregie an der HFF, München. Zahlreiche filmpublizistischen Arbeiten, u.a. als Gründer und Mitherausgeber der Filmzeitschrift „Revolver” (seit 1998). Seit 2006 betreibt er das Blog parallelfilm. Filme (Auswahl): „Milchwald” (2003), „Falscher Bekenner” (2005), „Séance” (Kurzfilm, Teil des Omnibusfilmes „Deutschland ’09”, 2009), „Unter Dir die Stadt” (2010), „Eine Minute Dunkel” (Teil der Dreileben-Trilogie, zus. m. Christian Petzold und Dominik Graf).

Das Gespräch wurde → hier veröffentlicht.

Revolver Live! #29 – Krummacher, Lang, Linz, Müller: Angriff der Gegenwart.

7.5.2012.

Angriff der Gegenwart – Vier Debüts: Jessica Krummacher, Hannes Lang, Max Linz, Timo Müller

Revolver Live! #28 – Andrew Bujalski: Unschärfe des Lebens.

27.1.2012.

REVOLVER LIVE ! (27)

Werkstattgespräch mit Andrew Bujalski Moderation: Nicolas Wackerbarth

Im Gegensatz zum Leben, welches sich stetig wandelt, in dem Kompromisse ausgehalten, vertagt oder verhandelt werden müssen, im Gegensatz zu diesem Chaos der unendlichen Varianten verfügen Spiele über ein klar umrissenes Regelwerk. Diese Einschränkung spitzt Situationen zu, fordert sekundenschnell Handlungen ein, die eindeutig zu Sieg oder Niederlage führen. Obwohl Spiele also mit der Unschärfe des Lebens nichts zu tun haben, ist deren Bauweise auf die Dramaturgie von Filmen übertragen worden. In Bujalskis filmischem Kosmos sucht man diese Mechanismen vergebens. Seine Charaktere haben sich in den Sicherungsnetzen ihres sozialen Umfelds verfangen. Sie sprechen mehr als dass sie entscheiden. Und sie finden erst im Reden heraus, was sie eigentlich sagen wollen. Das ist komisch mitanzusehen oder, genauer gesagt, zu erleben. Denn Bujalski beobachtet keinen Alltag, sondern folgt konsequent dessen verschlungenen Pfaden.

Freue mich sehr darauf mit dem US Indie-Filmemacher über seine ästhetischen Strategien und die Beweggründe seiner Arbeit zu sprechen.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Arsenal Institut für Film- und Videokunst, welches die wunderbar entspannten, wie präzisen Filme vorab zeigen wird.

Grüße,

Nicolas

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Fr., 27. Januar 2012 20 Uhr Kino Arsenal Potsdamer Straße 2 10785 Berlin Telefon: +49-30-26955-100 U-Bahn / S-Bahn Potsdamer Platz Bus M41, M48, M85, 200, 347 Eintritt 3 Euro

Eine Veranstaltung von der Filmzeitschrift Revolver in Kooperation mit dem Arsenal, Institut für Film- und Videokunst

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Filmreihe im Arsenal: 24.1, 20h / 31.1, 19.30h MUTUAL APPRECIATION (USA 2005, OF 110´) 26.1., 19.30h / 28.1, 20h FUNNY HA HA (USA 2002, OF 89´) 26.1 , 21.30 BEESWAX (USA 2009, OMU 100´)

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ANDREW BUJALSKI

Geb. 1978 in Boston, Massachusetts, USA. Regisseur, Editor, Autor, Schauspieler. Studium: Harvard´s Departement of Visual and Environmental Studies.

Filme (Regie): Funny Ha Ha (2002), Mutual Appreciation (2005), Beeswax (2009), Computer Chess (2012, in Postproduktion)

Filme (Schauspiel): Mutual Appreciation (2005), Hannah Takes the Stairs (2007, Regie: Joe Swanberg), Sorry, Thanks (2009, Regie: Dia Sokol Savage)

NICOLAS WACKERBARTH Geb. 1973 in München. Regisseur, Autor, Schauspieler. Studium: Schauspiel an der Bayerischen Theaterakademie München, Filmregie an der DFFB Berlin. 1996-97 Schauspiel Frankfurt, 97-2000 Städtische Bühnen Köln. Filme (Regie): Anfänger! (Kurzfilm, 2004), Westernstadt (Kurzfilm, Dok., 2005), Halbe Stunden (Kurzfilm, 2007), Unten Mitte Kinn (2011), Halbschatten (2012, in Postproduktion)

Revolver Live! #27 – Marie-Pierre Duhamel: „I am a stranger here myself.”

9.1.2012.

Marie-Pierre Duhamel – ‚I am a stranger here myself‘

‚I AM A STRANGER HERE MYSELF‘ – SPRECHEN IM SPIELFILM MARIE-PIERRE DUHAMEL im Gespräch mit Christoph Hochhäusler.

Am Montag, den 9. Januar 2011 um 19.30 h im Roten Salon der Volksbühne

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– IN ENGLISCHER SPRACHE –

Anhand konkreter Filmbeispiele wollen wir über die Entwicklung des Dialogs in der Filmgeschichte sprechen, mit einem besonderen Augenmerk auf die Rolle des Fremden im Kino, im Sinne einer Figur, der fremden Erfahrung, und als Rahmen des „Eigenen”. Dabei soll es insbesondere auch um verschiedene Realismen im Schreiben von Dialogen gehen – und um die Frage, welcher Grad der Abstraktion im Kino am besten mit unserer Erfahrung im Leben korrespondiert. Ich stelle mir den Abend schlaglichtartig und diskursiv vor; es geht durchaus nicht um Vollständigkeit oder Ausgewogenheit.

Die Diskussion wird – garantiert nicht akzentfrei – auf Englisch stattfinden, auch um den Aufwand der Einmischung seitens des Publikums möglichst gering zu halten. Alle Filminteressierten sind herzlich eingeladen.

Ziel ist ein offener Diskurs. Wir freuen uns auf einen lebhaften Abend!

Christoph Hochhäusler

*) Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Linienstraße 227 10178 Berlin  Tel +49.30.24 065 – 5 Fax +49.30.24 065 642 info@volksbuehne-berlin.de

Marie-Pierre Duhamel Geboren 1952 in Paris. Kuratorin, Kritikerin, Dozentin, Produzentin, Regisseurin. Studium: Chinesische Sprache und Kultur in Paris, Shenyang und Nankin; Filmproduktion und Filmgeschichte in Paris. Mitglied der Auswahlkommission diverser Festivals, u.a. Venedig (2008-2011). Direktorin des Festivals „Cinéma du Reel” am Centre Pompidou (2004-2008). Dozenturen für Filmgeschichte und Filmanalyse u.a. in Barcelona (Pompeu Fabra), Paris (FEMIS), Grenoble (Stendhal). Filme (Auswahl): „Ronde de flics à Pékin” (1995, Prod., Regie: Ning Ying), „Sept en attente” (1995, Prod., Regie: Françoise Etchégaray). Entwicklung von Dokumentarfilmen mit Marianne Gosset und Benoît Keller. „Dolorès Del Rio, de Hollywood à Mexico” (2003, Dok., Regie), „Les Animaux ont une histoire” (2004, Dok., Regie).

Christoph Hochhäusler Geboren 1972 in München. Autor, Regisseur. Studium: Architektur an der TU, Berlin; Filmregie an der HFF, München. Filme (Auswahl): „Milchwald” (2003), „Falscher Bekenner” (2005), „Séance” (Kurzfilm, Teil des Omnibusfilmes „Deutschland ’09”, 2009), „Unter Dir die Stadt” (2010), „Eine Minute Dunkel” (Teil der Dreileben-Trilogie, zus. m. Christian Petzold und Dominik Graf).

Revolver Live! #26 – Marie Vermillard: Erleben und Erfinden.

9.1.2012.

MARIE VERMILLARD IM GESPRÄCH MIT ULRICH KÖHLER: ERLEBEN UND ERFINDEN

Der Text zu dieser Veranstaltung findet sich → hier.

Am Montag, den 5.12.2011 um 19.30 h im Roten Salon. In französischer Sprache.  Simultanübersetzung in Deutsche: Jörg Tasman Im Anschluss: DVD RELEASE PARTY Revolver Edition / Filmgalerie 451 „Lila Lili“ von Marie Vermillard & „Putty Hill“ von Matthew Porterfield DJ Set von Jutojo Eine Veranstaltung von Revolver, Zeitschrift für Film  in Zusammenarbeit mit der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Roter Salon / Rosa-Luxemburg-Platz 10178 Berlin  Kasse: (030) 240 65 777 (täglich von 12 bis 18 Uhr) * REVOLVER LIVE! (25) MARIE VERMILLARD: ERLEBEN UND ERFINDEN  Marie Vermillards Kino öffnet sich dem Leben, es vertraut auf seine Figuren, ihre Energie und ihr Geheimnis – Realismus, der sich vom Alltag überraschen lässt. Ulrich Köhler, Regisseur („Schlafkrankheit”) und Kenner ihrer Arbeit, wird sich mit der französischen Kollegin über den Verwandlungsprozess des Filmemachens unterhalten: wie aus Erfahrung Text und aus Text wieder Erfahrung werden kann.  Ziel ist ein offener Diskurs. Alle Filminteressierten  sind dazu herzlich eingeladen. Ulrich Köhler über Marie Vermillard:  „1999 auf der Berlinale zwang mich mein Freund Urs Richter in die Akademie der Künste zu gehen und einen Film namens „Lila Lili'“ zu schauen, aber er weigerte sich zu sagen, wovon er handelt. Er wusste, es wäre nahezu unmöglich, mich für einen Film über die Schwangerschaft einer Frau in einem Frauenhaus zu begeistern – zu groß war meine Skepsis gegenüber den menschelnden Sozialdramen jener Zeit. Doch „Lila Lili“ änderte das schlagartig. Jede Einstellung, jede Szene überrascht. Nichts ist vorhersehbar in Marie Vermillards Film. Das Unerwartete entspringt bei ihr ganz organisch aus der inneren Logik ihrer Figuren und nicht aus einer dramaturgischen Finte. Sie spielt nicht mit der Intelligenz des Zuschauers, sie interessiert sich einfach nur für den Menschen, das fremde, verwirrende, geliebte Wesen. „Lila Lili” ist für mich genauso epochal wie die frühen Filme Bruno Dumonts oder der Dardennes. Auch Marie Vermillard ist einem Realismus verpflichtet. Sie untersucht Alltag, aber in diesem Alltag findet sie das Singuläre, Unerwartete, Lebendige nicht Redundanz und Routine. Sie trotzt dem trägen Instrumentarium des Kinos Szenen ab, die die Leichtigkeit von Skizzen haben. Es spielt für sie keine Rolle, ob sie mit Laien oder ausgebildeten Schauspieler arbeitet – sie sucht Menschen, die sie interessieren und schafft Situationen, in denen sie sich entfalten können. Ihre Darsteller scheinen zu vergessen, dass sie spielen. Ich weiß nicht, wie oft ich „Lila Lili“ geschaut habe – aber immer wieder, wenn ich nicht weiter wusste beim Schreiben oder mit Patrick Orth an der Auflösung eines Filmes saß, habe ich die VHS von „Lila Lili” aus dem Regal geholt.”

* DER GAST MARIE VERMILLARD Geboren 1954 in Tulle. Regisseurin, Autorin. Studium: Architektur, Sozialwissenschaften. Von 1979 bis 1986 Sozialpflegerin. Seit 1986 Filmarbeiten, u.a. als Skriptgirl. Seit 1992 eigene Filme. Sie lebt und arbeitet in Paris. Filme (Auswahl): „Reste” (Kurzfilm, 1992), „Quelqu’un” (Kurzfilm, 1995), „Eau Douce” (Spielfilm, 1996), „Chantal” (Kurzfilm, zus. m. ZaÏda Ghorab Volta, 1997), „Lila Lili” (Spielfilm, 1998), „Libre à tour prix” (Spielfilm, 2000), „Imago” (Spielfilm, 2001), „Petites révélations” (Spielfilm, 2006), „Suite parlée” (Spielfilm, zus. m. Joël Brisse, 2008). ULRICH KÖHLER Geb. 1969 in Marburg/Lahn. Regisseur und Autor. 1989 bis 1991 Kunststudium in Quimper/Frankreich, anschließend in Hamburg Philosophie und später visuelle Kommunikation an der Hochschule für bildende Künste. Filme (Auswahl): „Epoxy” (Kurzfilm, Co-Regie mit Nina Koennemann, 1996), „Starsky” (Kurzfilm, 1997), „Rakete” (Kurzfilm, 1998), „Bungalow” (2002), „Montag kommen die Fenster” (2006), „Schlafkrankheit” (2011).

Revolver Live! #25 – Olivier Père: Cinema in Transition.

24.3.2011.

Olivier Père – Cinema in Transition / The Festivals.

Revolver Live! #24 – Mia Hansen-Løve: Gefühl und Verstand.

2.10.2010.

Mia Hansen-Løve – Gefühl und Verstand. Den Text zur Veranstaltung gibt es → hier.

Revolver Live! #23 – Jean-Pierre + Luc Dardenne: Physis, Drama, Märchen.

18.11.2009.

Jean-Pierre + Luc Dardenne – Physis, Drama, Märchen. Den Text zu der Veranstaltung gibt es → hier.

Revolver Live! #22 – Maren Ade: Kampf um Nähe.

9.5.2008. Maren Ade im Gespräch mit Saskia Walker

ZU GAST AUF DEM FILMKUNSTFEST SCHWERIN

MODERATION: SASKIA WALKER

Eine Veranstaltung von Revolver, Zeitschrift für Film

Am Samstag, den 9. Mai 2008 um 17.30h im Kino Capitol 5, Wismarsche Straße 126, Schwerin

Im Anschluss an die Wettbewerbsvorstellung von “Alle Anderen “ im Kino Capitol 5 um 15h

Maren Ades Filme beschreiben heutige Menschenleben in klarer, manchmal schmerzhafter Nüchternheit. Ihr neuer Fim  „Alle Anderen“ beschreibt die Ferienwoche eines miteinander ringenden modernen Paares und liefert nicht nur eine genaue Studie der Rollenverhältnisse heute, sondern eine Innensicht in die Mechanik unserer Gesellschaft.

Ihr erster langer Spielfilm „Der Wald vor lauter Bäumen“ (2003) erzählt nüchtern und genau von der verzweifelten Suche einer jungen Lehrerin nach Anerkennung und Freundschaft. Es ist aber nicht (nur) die Gesellschaft, die sie ausschliesst, sondern ihr eigener, verstellter Blick auf die Umwelt, der sie von ihr isoliert.

MAREN ADE

Geb. 1976 in Karlsruhe. Regisseurin, Autorin, Produzentin. Studium: HFF München. Seit 2007 eigene Produktionsfirma Komplizenfilm mit Janine Jackowski.

Filme  (Auswahl): Ebene 9 (Kurzspielfilm, 2000),Vegas (Kurzspielfilm, 2001), Melanie Pröschle und der Ernst des Lebens (2003, Kurzspielfilm), Der Wald vor lauter Bäumen (Spielfilm, 2003) Hotel Very Welcome (Spielfilm, 2005-07, als Produzentin), Alle Anderen (Spielfilm, 2009)

SASKIA WALKER

Geb. 1970 in Köln. Regisseurin, Autorin. Studium: Kunstgeschichte, Französisch, Russisch in Paris, Freiburg, Moskau und Berlin. Filmregie an der KHM Köln. Filme (Auswahl): Das Bliesheimer Kreuz (Dok.,1998), Osterwasser (Kurzspielfilm, 2000), Wo ist Adam (Dok., 2003), Uwe Johnson sieht fern (Dok., 2006). In Vorbereitung: Alles war Zukunft (Dok.) Seit 2008 Mitherausgeberin der Filmzeitschrift „Revolver“.

Revolver Live! #21 – Lav Diaz: Vergehendes Leben.

29.10.2008. Lav Diaz im Gespräch mit Saskia Walker und Franz Müller

VERGEHENDES LEBEN – DIE FILME VON LAV DIAZ

Wie genau lässt sich das Leben im Film einfangen? In Lav Diaz epischen Filmen verschränkt sich das reale Zeiterleben des Zuschauers mit unterschiedlichen Erzählstilen. Dokumentarisches trifft auf  Inszeniertes, Traumgeschehen auf Reales. Die politische Lage der  Philippinen, die Wirklichkeit religiöser Extase in sich kommentierenden, ergänzenden Handlungsträngen. Ein Filmwerk, das Grenzen niederreisst.

Moderation: Saskia Walker und Franz Müller

Den Text der Veranstaltung gibt es → hier.

Eine Veranstaltung von Revolver, Zeitschrift für Film auf Einladung der Freunde der deutschen Kinemathek

Am Mittwoch, den 29.10.2008 um 20h Im Kino Arsenal, Potsdamer Strasse 2, 10785 Berlin U-Bahn / S-Bahn Potsdamer Platz Bus M41, M48, M85, 200, 347

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Gerne weisen wir auf die umfassende Retrospektive von Lav Diaz Filmen im Kino Arsenal hin, die vor der REVOLVER LIVE! Veranstaltung gezeigt wird – eine einmalige Chance, die Filme unter angemessenen Bedingungen zu sehen!

LAV DIAZ RETROSPEKTIVE

Samstag, 25.10.2008 15:00 Melancholia Philippinen 2008 Ein faszinierender Film aus drei aufeinanderfolgenden Tableaus mit jeweils eigener Erzählsprache Video Deutschlandpremiere OmE 450 min Eröffnung in Anwesenheit von Lav Diaz

Sonntag, 26.10.2008 12:00 Ebolusyon ng Isang Pamilyang Pilipino Evolution of a Filipino Family Philippinen 2004 Video Elfstündige Familienchronik zwischen Fiktion und Dokument – ein kinematografisches Grenzerlebnis OmE 650 min Durchgehende Vorführung, mit Kulinarischem im Foyer

Montag, 27.10.2008 19:00 Batang West Side West Side Avenue Philippinen 2001 Ermittlungen ineinem Mordfall werden zu einer selbstreflexiven Recherche über die Lebensbedingungen der philippinischen Diaspora in den USA OmE 315 min

Dienstag, 28.10.2008 16:00 Kagadanan sa Banwaan ning mga Engkanto Death in the Land of Encantos Philippinen 2007 Ein Dichter kehrt aus dem Exil in seine vom Taifun verwüstete philippinische Heimat zurück Video OmE 540 min

und zusätzlich im dffb Kino:

Freitag, 24.10.08 15:00 Ang Kriminal ng baryo concepcion The criminal of Barrio Concepcion PH 1998, OmE, 140 min

Montag, 27.10.08 16:00 Hubad sa ilalim ng buwan Naked under the moon PH 1999, OmU 110min

Freitag 31.10.08 15:00 Hesus Rebolusyonaryo Jesus Revolutionary PH 2001, OmE 140min

Samstag 1.11.08 15:00 Heremias, Unang aklat ang alamat ng prinsesang Bayawak Heremias, Book One: The legend of the Lizad Princess PH 2006 OmE 540min

*

DER GAST:

LAV DIAZ

Lavrente Indico Diaz. Geb. 1958 in Cotabato, Philippinen. Filmemacher, Autor, Cutter, Kameramann, Produzent. Lebt und arbeitet auf den Philippinen. Arbeitete in den frühen 90er Jahren als Journalist in den USA. Parallel dazu begann er als Drehbuchautor zu arbeiten und sein erstes opus magnum „Batang West Side“ zu drehen. Diaz spielt außerdem Gitarre bei der Filmemacher-Rockband „Brockas“.

Filme (Auswahl): Serafin Geronimo – Ang kriminal ng Barrio Concepcion 1998, Burger Boys: Laruang Kriminal 1999, Batang West Side 2002, Ebolusyon ng isang pamilyang pilipino 2004, Heremias 2005 (work in  progress).

DIE MODERATOREN:

SASKIA WALKER

Geb. 1970 in Köln. Regisseurin, Autorin. Studium: Kunstgeschichte, Französisch, Russisch in Paris, Freiburg, Moskau und Berlin. Aufbaustudium Film an der KHM, Köln. Filme (Auswahl): „Das Bliesheimer Kreuz” (Dok.,1998), „Osterwasser” (Kurzspielfilm, 2000), „Détruire, dit-elle oder wo ist Adam” (Dok., 2002), „Eva von Autun” (Dok., 2003), „Uwe Johnson sieht fern” (Dok., 2006). In Vorbereitung: „Alles war Zukunft”. Videoarbeiten fürs das Theater von Laurent Chétouane.

Seit 2008 Mitherausgeberin von „Revolver- Zeitschrift für Film“

FRANZ MÜLLER

Geb. 1965 in Mosbach. Regisseur, Autor. Studium: Freie Kunst und Kybernetik in Düsseldorf; Aufbaustudium Film / Fernsehen an der KHM, Köln. Filme (Auswahl): „Freitagnacht” (Episodenfilm, Episode „Vater und Sohn”, 2001), „Science Fiction” (2003), „Die Liebe der Kinder” (2008).

Seit 2007 Mitherausgeber von „Revolver- Zeitschrift für Film“

Revolver Live! #20 – Götz Spielmann: Stadt und Land.

2.5.2008.

Götz Spielmann – Stadt und Land. Den Text der Veranstaltung gibt es → hier.

Revolver Live! #19 – Susanne Lothar, Ulrich Noethen: Gefühle spielen.

13.4.2008.

Susanne Lothar + Ulrich Noethen – Gefühle spielen. Den Text der Veranstaltung gibt es → hier.

Revolver Live! #18 – Hans Hillmann: Das Filmplakat.

13.11.2007.

Hans Hillmann – Das Filmplakat. Den Text der Veranstaltung gibt es → hier.

Revolver Live! #17 – Tankred Dorst, Ursula Ehler: Die Stimme des Erzählers.

1.10.2007.

Tankred Dorst + Ursula Ehler – Die Stimme des Erzählers. Den Text der Veranstaltung gibt es → hier. → zur DVD-Edition von „Klaras Mutter“

Revolver Live! #16 – Hou Hsiou-Hsien: Erfahrung vs. Erzählung.

10.8.2007.

Hou Hsiou-Hsien – Erfahrung vs. Erzählung. Den Text der Veranstaltung gibt es → hier.

Revolver Live! #15 – Hans-Jürgen Syberberg: Höhle der Erinnerung.

7.5.2007.

Hans-Jürgen Syberberg: Höhle der Erinnerung. Den Text der Veranstaltung gibt es → hier.

Revolver Live! #14 – Terry Gilliam: Visionär und Alchemist.

7.1.2007.

Terry Gilliam – Visionär und Alchemist.

Revolver Live! #13 – Valeska Grisebach: Helden des eigenen Lebens.

7.10.2006.

Valeska Grisebach – Helden des eigenen Lebens. Den Text der Veranstaltung gibt es → hier.

Revolver Live! #12 – Ulrich Köhler: Der diskrete Charme.

31.9.2006.

Ulrich Köhler – Der diskrete Charme (mit Patrick Orth). Den Text der Veranstaltung gibt es → hier.

Revolver Live! #11 – Friedl, Landorf, Sattel: Dokumentarische Positionen.

15.6.2006.

Dokumentarische Positionen – Gerhard Friedl, Stefan Landorf, Volker Sattel

Revolver Live! #10 – Berlin Sub: Filme ohne Auftrag.

29.10.2005.

Berlin Sub – Filme ohne Auftrag. Hangover Ltd., b_books av, Tödliche Doris

Revolver Live! #09 – Diederichsen, Hermes, Patalas: Perspektive Filmkritik.

17.10.2005.

Perspektive Filmkritik – Diedrich Diederichsen, Manfred Hermes, Enno Patalas. Den Text des Gesprächs gibt es → hier.

Revolver Live! #08 – Thom Andersen: Story, History and Space.

12.8.2005.

Thom Andersen – Story, History and Space: Los Angeles plays itself.

Revolver Live! #07 – Ade, Enders, Winckler, Voigt: Neue realistische Schule?

17.6.2005.

Ein Gespräch mit Maren Ade, Sylke Enders, Henner Winckler und Sören Voigt. Den Text der Veranstaltung gibt es → hier.

Revolver Live! #06 – Angela Schanelec: Raumsprache. (Mit Reinhold Vorschneider)

6.4.2005

Das Interview der Veranstaltungen gibt es → hier.

Revolver Live! #05 – Romuald Karmakar: Filmarbeiter.

8.5.2004

Zum vollständigen Text des Interviews geht es → hier.

Revolver Live! #04 – Persona-Abend

28.1.2004

Lesung aus Ingmar Bergmans PERSONA, mit Judith Engel und Bibiana Begelau. Vortrag von Hinnerk Emmrich.

Revolver Live! #03 – Die Methode Seidl.

11.1.2004

Gespräch mit Ulrich Seidl, Maria Hofstätter, Georg Friedrich, Vivian Bartsch

Zum vollständigen Text des Interviews geht es → hier.

Revolver Live! #02 – Michael Haneke: Der unbestechliche Blick

25.10.2003

Ein (zu einem früheren Zeitpunkt entstandenes) Interview mit Michael Haneke findet sich → hier.

Revolver Live! #01 – Christian Petzold: Einführung in eine innere Filmgeschichte.

25.10.2003

Zum vollständigen Text des Interviews geht es → hier.