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Wenn es eine filmische Antwort auf KI bräuchte, dann wären es die Filme von Valeska Grisebach. Das, was eins so froh macht an dem geträumten Abenteuer, das gottseidank gar nicht so geträumt ist, wie der Titel vermuten lässt, ist die Zugewandtheit gegenüber den Menschen, die zu sehen und zu hören sind, gegenüber den Orten und ihren Geschichten. Es geht nicht ums Optimieren von Handlung und Figuren, sondern ums Finden, Sich Verkucken, ums Begleiten und Vertrauen Schenken. Und auf diesem Weg enstehen Momente, in denen Frauen sich etwas trauen und vermeintlich mächtige Männer in ihrer gekränkten Eitelkeit versinken. Wie Iliya, gespielt von Stoicho Kostadinov, auf seine eigene Party zurückkehrt, nachdem ihm zum ersten Mal seit langer Zeit jemand Paroli geboten hat, eine Frau, für die er etwas empfindet, die ihm aber nicht schmeichelt, sondern ihn mit seinen persönlichen Grenzen konfrontiert, diesem Mann dabei zuzusehen, wie er gefährlich, schillernd und gleichzeitig zutiefst gekränkt den Partylärm betritt, auf seine Gäste blickt, die exzessiv auf „What Is Love?“ tanzen, und eins das Gefühl hat, im nächsten Moment könnte alles passieren, das ist großartig. Und es ist auch großartig gefilmt von Bernhard Keller, weil es ihm nie um das „gute Bild“ geht, sondern immer um das, was passiert.
Es ist das gewachsene Filmarbeitskollektiv, das das Geheimnis, die Überraschung in die Erzählung bringt. Dass mit einer Waffe in die Luft gefeuert wird, bevor es überhaupt zu einer Konfrontation kommt, so etwas schreibt eins nicht in ein Drehbuch, und keine KI würde je diesen Vorschlag machen. Solche Dinge entstehen, weil Menschen sich vertrauen.
Es ist schön, dass in „Das geträumte Abenteuer“, das, was die Menschen antreibt, wieder stimmig ist für ihre Welt, so wie bei „Sehnsucht“ und „Mein Stern“.
Wenn ich mir etwas Sinnstiftendes vom amtierenden Kulturstaatsminister wünschen könnte, wäre es, die Musikrechte für „Mein Stern“ freizukaufen. Damit einer der schönsten deutschen Filme wieder sichtbar wird. Schlafwandlerisch sicher erzählt, wie es nur Debütfilme hinkriegen, und der Beweis dafür, dass Filme nicht über 79 Minuten lang sein müssen, um so viel erlebbar zu machen, dass es für mehrere Abende reicht. Aber es gibt keinen Umkehrschluss. Auch wenn „Das geträumte Abenteuer“ fast drei Stunden lang ist, Anschauen!, solange er im Kino ist. Am besten morgen.

Franz