In ihren ersten beiden langen Filmen beschäftigt sich die Künstlerin und Filmemacherin Selma Doborac mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit und ihrer filmischen Verhandelbarkeit. Während sie sich in THOSE SHOCKING SHAKING DAYS einer möglichen Dokumentation von Kriegsgeschehen und damit einhergehenden Gräueltaten ausschließlich über die essayistische Form und rhetorische Fragen nähert, findet Selma Doborac in DE FACTO filmische Antworten in der durchdachten Reduktion einer akribischen Recherche.
Man merkt diesem kristallklaren Film an, wie viel Fühl- und Denkarbeit er seiner Regisseurin, aber auch den Schauspielern abverlangt hat, um Unfassbares greifbar, für Momente sogar begreifbar zu machen, wie viel über die richtige Distanz, das richtige Maß von Abstraktion und Information, über Spiel und Nicht-Spiel nachgedacht und probiert wurde, um dem, was man eine wahrhaftige Auseinandersetzung mit diesen leider eben nicht unmenschlichen, sondern allzu menschlichen Verbrechen nennen könnte, einen Schritt näher zu kommen.
Darüber, wie die konkrete Arbeit an diesem Film aussah, wie DE FACTO seine filmische Form gefunden hat, wollen wir im Anschluss an die Vorführung sprechen.
(Franz Müller)
Im fsk Kino am 30. November 2025 um 20.00 Uhr
noch mehr Fragen zum DFFB Komplex
Wie sollen sich Studenten und Dozenten der DFFB gegen das Nicht-Verhalten des Kuratoriums wehren, wenn sie wissen, dass sie für kommende Projekte und damit für ihr finanzielles Überleben möglicherweise von einzelnen Entscheidungsträgern abhängig sein werden?
Ist das auch der Grund, warum bisher als einziger Name, der mit dem Skandal verbunden wird, der Name von Staatssekretär Böhning auftaucht?
Müsste man Herrn Böhning nicht sagen, dass das nicht deshalb geschieht, weil man ihn als alleinigen Schuldigen für die Intransparenz des Verfahrens ausgemacht hat, sondern weil er die Studenten und Dozenten der DFFB als Vertreter einer demokratischen Instanz durch ein transparentes Verfahren schützen müsste, wie es an anderen Hochschulen gehandhabt wird?
Müsste man ihm nicht sagen, dass er alles dafür tun müsste, dass es nach außen nicht so aussieht, als überließe er die Entscheidung über die Direktion der DFFB Interessenvertetern?
Legt das Vorgehen der Kuratoriumsmitglieder nicht die Vermutung nahe, dass sie einen ihnen „passenden“ Direktor installieren wollen und das nur können, indem sie das Verfahren so intransparent wie möglich machen?
Kann nicht endlich jemand die Namen der Kuratoriumsmitglieder veröffentlichen, damit sie die Möglichkeit haben, zu dem absurd intransparenten Verfahren Stellung zu nehmen?
Und warum melden sie sich nicht selbst zu Wort?
(franz)