In ihren ersten beiden langen Filmen beschäftigt sich die Künstlerin und Filmemacherin Selma Doborac mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit und ihrer filmischen Verhandelbarkeit. Während sie sich in THOSE SHOCKING SHAKING DAYS einer möglichen Dokumentation von Kriegsgeschehen und damit einhergehenden Gräueltaten ausschließlich über die essayistische Form und rhetorische Fragen nähert, findet Selma Doborac in DE FACTO filmische Antworten in der durchdachten Reduktion einer akribischen Recherche.
Man merkt diesem kristallklaren Film an, wie viel Fühl- und Denkarbeit er seiner Regisseurin, aber auch den Schauspielern abverlangt hat, um Unfassbares greifbar, für Momente sogar begreifbar zu machen, wie viel über die richtige Distanz, das richtige Maß von Abstraktion und Information, über Spiel und Nicht-Spiel nachgedacht und probiert wurde, um dem, was man eine wahrhaftige Auseinandersetzung mit diesen leider eben nicht unmenschlichen, sondern allzu menschlichen Verbrechen nennen könnte, einen Schritt näher zu kommen.
Darüber, wie die konkrete Arbeit an diesem Film aussah, wie DE FACTO seine filmische Form gefunden hat, wollen wir im Anschluss an die Vorführung sprechen.
(Franz Müller)
Im fsk Kino am 30. November 2025 um 20.00 Uhr
HINWEIS AUF AKTIVITÄTEN DER MITGLIEDER
MARCUS SEIBERT
Sebastian Kos Film „Kalte Tage” ist bei Frühlingstemperaturen bis 20°
abgedreht! Was ich an Mustern gesehen habe, gefällt mir sehr. Sebastian
hat seine Sache gut gemacht. Andreas Köhlers Kamera, auch die Darsteller
Ulrike Tscharre, Mehdi Nebbou, Janina Fautz überzeugen. Als
Drehbuchautor bin ich jetzt sehr auf den Rohschnitt gespannt. Natürlich
wird sich viel verändert haben, aber mein erster Eindruck von einem Tag Dreh als Komparse: Das Drehbuch,
an dem Sebastian und ich fast drei Jahre gearbeitet haben, war gut und
belastbar. Dank an das Team, das mir das vermittelt hat!
(© Setfotos Ester.Reglin.Film / Martin Menke)
(eingestellt von Marcus)