• 16. Oktober 2019

Festival des russischen Films

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FESTIVAL DES RUSSISCHEN FILMS

„KURZE BEGEGNUNGEN“ IN BERLIN

  1. Oktober – 30. November 2019

Vom 20. Oktober bis zum 30. November findet in Berlin im Rahmen des internationalen Kulturprojekts „Russische Jahreszeiten“ das Filmfestival „Kurze Begegnungen“ statt. Das Programm führt das deutsche Publikum an Filme der späten Sowjetzeit und des russischen Kinos aus jüngster Zeit heran: das Programm reicht von „unbekannter Klassik“ der 1960-1980er Jahre bis zu sozialen Dramen zu Beginn des neuen Jahrtausends. Gäste des Programms in Berlin sind bekannte russische Filmschaffende: die Regisseure Andrej Smirnow, Lana Gogoberidze, Bakur Bakuradze und Nikolai Chomeriki, der Kameramann Gennadi Karjuk, der Schauspieler Stepan Dewonin. Das Filmfestival „Kurze Begegnungen“ begann im August unter der Schirmherrschaft des internationalen Kulturprojekts „Russische Jahreszeiten“ in Deutschland.

Erster Teil des Programms: „Unbekannte Klassik. Familie und Genderbeziehungen im Film der Tauwetter-Periode. Männliche und weibliche Sichtweise“ – zusammengestellt vom Filmkritiker Konstantin Schawlowski. Gezeigt werden fünf Dramen, die an der Schwelle der Epoche der erneuten Stagnation gedreht wurden. „Kurze Begegnungen“ (1967) von Kira Muratowa, „Der Herbst“ (1974) von Andrej Smirnow, „Einige Interviews zu persönlichen Fragen“ (1978) von Lana Gogoberidse, „Herbstmarathon“ (1979) von Georgi Danelija, „Die Frau ist gegangen“ (1979) von Dinara Asanowa. Die Vorführungen finden im Zeughauskino des Historischen Museums in Berlin mit 35mm-Kopien aus Beständen des russischen Staatsarchivs und führender deutscher Filmarchive statt.

Alle Filme des Programms berühren auf die eine oder andere Weise das Thema Familie und stellen Fragen zum Platz des Menschen in der sowjetischen Gesellschaft und im Staat. Die Hauptfiguren leiden unter Unsicherheiten sowohl im beruflichen Leben („Kurze Begegnungen“ von Kira Muratowa; „Einige Interviews zu persönlichen Fragen“ von Lana Gogoberidse), als auch im privaten Leben („Die Frau ist gegangen“ von Dinara Asanowa). Sie versuchen ständig wegzulaufen – von einem Leben in ein anderes. Die Metapher des endlosen Davonlaufens wurde am anschaulichsten im Film „Herbstmarathon“ von Georgi Danelija ausformuliert

In den ersten Jahren der erneuten (politischen) Stagnation erwies sich das Familiendrama als das „Protestgenre“ – in ihm sprachen die Autoren das an, was nicht direkt gesagt werden konnte. Zum besonderen Ausdruck wurde der Film „Der Herbst“ von Andrej Smirnow – in ihm zeigte der Regisseur erstmals die Unmöglichkeit eines Privatlebens für Sowjetmenschen und deren Besessenheit, dieses private Leben, unter Umgehung aller Regeln und Normen, dennoch einzurichten. Smirnows Film wurde wegen „Kleinbürgerlichkeit“ kritisiert und wurde nur in einer begrenzten Zahl von Kopien veröffentlicht. Der Regisseur bekam faktisch Berufsverbot und drehte über dreißig Jahre keine Filme mehr.

Im Mittelpunkt des zweiten Teils des Programms steht die „Metaphysik des Alltäglichen im deutschen und postsowjetischen Film“ – zwei der interessantesten Phänomene im russischen und deutschen Film des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts: Filme von Regisseuren der „Berliner Schule“ und von Regisseuren der „Neuen Russischen Welle“. Wir bieten an die Ähnlichkeit und die Unterschiede Ihrer Methoden während einer kleinen Reihe von Doppelvorführungen zu diskutieren, nach denen die Filmautoren jeweils miteinander sprechen. Ebenso wichtig ist die Möglichkeit eines solchen Film-Dialogs selbst, in dem zwei parallel bestehende Filmwelten für einen Augenblick zusammentreffen.

Das Programm wird am 20. Oktober im Hackesche Höfe Kino mit den Vorführungen der Filme „Bungalow“ und „Schultes“ eröffnet. Nach den Vorführungen gibt es ein Gespräch mit den Autoren dieser Filme, Ulrich Köhler und Bakur Bakuradze. Am 26. Oktober werden im Kulturzentrum Brotfabrik die Filme „Sehnsucht“ und „Herz der Welt“ gezeigt, nach denen ein Gespräch mit der Regisseurin Valeska Grisebach und mit Stepan Dewonin, der die Hauptrolle in dem Film „Herz der Welt“ von Natalja Meschaninowa spielt, stattfindet. Am 30. November sehen die Zuschauer in der Brotfabrik die Filme „Gisela“ und „Märchen über die Dunkelheit“ danach findet ein Gespräch mit der Regisseurin Isabelle Stever und dem Regisseur Nikolai Chomeriki statt.

Moderatoren der Gespräche sind die Kuratoren des Programms: Konstantin Schawlowski und Saskia Walker, Herausgeberin des Filmmagazins „Revolver“, das zur theoretischen Hauptplattform der „Berliner Schule“ wurde. Regisseure, Filmkritiker und Zuschauer nehmen an einem Austausch teil, der dem neuen Autorenkino Russlands und Deutschlands gewidmet ist.

Konstantin Schawlowski, Saskia Walker, Sascha Achmadschtschina

 

Programm der Vorstellungen:

 

Unbekannte Klassik: Familie und Genderbeziehungen im Film der Tauwetterperiode. Männliche und weibliche Sichtweise 

 

Veranstaltungsort:

Das Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums

Unter den Linden 2

+49 30 20304421  

www.dhm.de

 

  1. November

20.00 „Herbstmarathon“ / UdSSR, 1979, Georgi Danelija

in russischer Sprache mit deutschen Untertiteln

 

  1. November

20.00 „Kurze Begegnungen“ / UdSSR, 1967, Kira Muratowa

Einführung: Kameramann Gennadi Karjuk

in russischer Sprache mit deutschen Untertiteln

 

  1. November

18:00 „Einige Interviews zu persönlichen Fragen“ / UdSSR,1978, Lana Gogoberidse

Einführung: Regisseurin Lana Gogoberidse, Filmexpertin Barbara Wurm

in russischer Sprache mit deutschen Untertiteln

 

  1. November

20:00 „Der Herbst“ / UdSSR, 1974, Andrej Smirnow

Einführung: Regisseur Andrej Smirnow

in russischer Sprache mit englischen Untertiteln

 

  1. November

20.00 „Die Frau ist gegangen“ / UdSSR 1979, Dinara Asanowa

in russischer Sprache mit englischen Untertiteln

 

 

 

Metaphysik des Alltäglichen im deutschen und postsowjetischen Film

 

Veranstaltungsort:

Hackesche Höfe Kino

Rosenthaler Straße 40/41  

+49 30 2834603    

hoefekino.de

 

  1. Oktober

17:00 „Bungalow“ / Deutschland, Ulrich Köhler, 2001

19:00 „Schultes“ / Russland, Bakur Bakuradze, 2008
21:00 Public Talk mit den Regisseuren Ulrich Köhler und Bakur Bakuradze

Moderatorinnen: Saskia Walker und Katerina Beloglasowa

 

 

Veranstaltungsort: Kulturzentrum Brotfabrik

Caligariplatz 1    +49 (0)30-471 40 01     brotfabrik-berlin.de

  1. Oktober

13:30 „Sehnsucht“ / Deutschland, Valeska Grisebach, 2006

16:00 «Сердце мира» / Russland, Natalja Meschaninowa 2018

19:00 Public talk mit der Regisseurin Valeska Grisebach und dem Schauspieler Stepan Dewonin. Moderatoren: Saskia Walker und Konstantin Schawlowski

 

  1. November

15:00 „Gisela“ / Deutschland, Isabelle Stever, 2005

Der Film wird mit russischen Untertiteln gezeigt.

17:00 „Märchen über die Dunkelheit“ / Russland, Nikolai Chomeriki, 2009

19:00 Public Talk mit der Regisseurin Isabelle Stever und dem Regisseur Nikolai Chomeriki. Moderatoren: Saskia Walker und Konstantin Schawlowski

 

Alle Filme werden in Originalsprache mit englischen Untertiteln gezeigt, sofern nicht anders angegeben.

Zusätzliche Informationen finden Sie auf der offiziellen Webseite: http://russianseasons.org/

 

Weiterführende Informationen:

 

„Russische Jahreszeiten“ ist ein groß angelegtes Projekt, mit dem sich die russische Kultur dem europäischen Publikum präsentiert. Im Rahmen des Festivals, das bis Ende 2019 in Deutschland stattfindet, sind mehr als 400 Veranstaltungen in 80 deutschen Städten geplant: die Ausstellungen, Theateraufführungen, Sinfoniekonzerte, Ballettaufführungen, Projekte der Kinokunst, Gastspiele führender Volkskunstgruppen, Zirkus- und Kunstfestivals. An den „Russischen Jahreszeiten“ in Deutschland sind über 80 Kulturinstitutionen beteiligt.

2017 fanden in Japan 250 hochklassige Veranstaltungen der „Russischen Jahreszeiten“ in 40 Städten statt. Im Jahr 2018 begeisterten die „Russischen Jahreszeiten“ Italien mit: 310 Veranstaltungen in 74 Städten und 6 Millionen Zuschauern.

 

Online-Ressourcen des Projekts:

http://www.russianseasons.org − offizielle Festival-Website

https://www.facebook.com/russianseasonsingermany2019/ − Gruppe auf Facebook

@russian.seasons − offizielle Seite des Projekts bei Instagram

https://vk.com/russian.seasons − offizielle Seite auf VK

https://ok.ru/group/59076550524988 − offizielle Seite bei OK

 

Kontakt für die Presse:

media@russianseasons.org

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. GreggliZ

    Спасибо

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