In ihren ersten beiden langen Filmen beschäftigt sich die Künstlerin und Filmemacherin Selma Doborac mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit und ihrer filmischen Verhandelbarkeit. Während sie sich in THOSE SHOCKING SHAKING DAYS einer möglichen Dokumentation von Kriegsgeschehen und damit einhergehenden Gräueltaten ausschließlich über die essayistische Form und rhetorische Fragen nähert, findet Selma Doborac in DE FACTO filmische Antworten in der durchdachten Reduktion einer akribischen Recherche.
Man merkt diesem kristallklaren Film an, wie viel Fühl- und Denkarbeit er seiner Regisseurin, aber auch den Schauspielern abverlangt hat, um Unfassbares greifbar, für Momente sogar begreifbar zu machen, wie viel über die richtige Distanz, das richtige Maß von Abstraktion und Information, über Spiel und Nicht-Spiel nachgedacht und probiert wurde, um dem, was man eine wahrhaftige Auseinandersetzung mit diesen leider eben nicht unmenschlichen, sondern allzu menschlichen Verbrechen nennen könnte, einen Schritt näher zu kommen.
Darüber, wie die konkrete Arbeit an diesem Film aussah, wie DE FACTO seine filmische Form gefunden hat, wollen wir im Anschluss an die Vorführung sprechen.
(Franz Müller)
Im fsk Kino am 30. November 2025 um 20.00 Uhr
Gespannt bin ich auch auf den neuen Film von Nina Menkes:
DISSOLUTION untersucht die Bedingungen struktureller Gewalt in Israel – und ist wohl nur thematisch vergleichbar mit Nadav Lapids HA-SHOTER, der tags zuvor im Kino Moviemento gezeigt wird.
Am Freitag, 19. Oktober, 20 h im KINO ARSENAL
In Anwesenheit der amerikanischen Filmemacherin.
*) Nina Menkes’s acclaimed newest feature film, Dissolution (HITPARKUT) combines an almost surreal fairy-tale energy with brutal black and white realism to explore the condition of violence which permeates contemporary Israeli society. Very loosely inspired by Dostoevsky’s CRIME AND PUNISHMENT,and shot in Yafo (the predominantly Arab area of Tel Aviv), the movie follows the moral collapse and first glimmer of redemption, of a young, morose Israeli Jew, played by David (Didi) Fire.
(Eingestellt von Nicolas)
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Habe ich 2010 auf der Viennale gesehen. Ein großartiger Film, der starken Eindruck auf mich machte. Anbei meine damaligen Überlegungen zum Film.
Heatstroke klingt auch spannend.
Herzliche Grüße aus Wien,
Thilo.
http://passagen.univie.ac.at/fseviennale/kritik/hitparkut-fischer