In ihren ersten beiden langen Filmen beschäftigt sich die Künstlerin und Filmemacherin Selma Doborac mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit und ihrer filmischen Verhandelbarkeit. Während sie sich in THOSE SHOCKING SHAKING DAYS einer möglichen Dokumentation von Kriegsgeschehen und damit einhergehenden Gräueltaten ausschließlich über die essayistische Form und rhetorische Fragen nähert, findet Selma Doborac in DE FACTO filmische Antworten in der durchdachten Reduktion einer akribischen Recherche.
Man merkt diesem kristallklaren Film an, wie viel Fühl- und Denkarbeit er seiner Regisseurin, aber auch den Schauspielern abverlangt hat, um Unfassbares greifbar, für Momente sogar begreifbar zu machen, wie viel über die richtige Distanz, das richtige Maß von Abstraktion und Information, über Spiel und Nicht-Spiel nachgedacht und probiert wurde, um dem, was man eine wahrhaftige Auseinandersetzung mit diesen leider eben nicht unmenschlichen, sondern allzu menschlichen Verbrechen nennen könnte, einen Schritt näher zu kommen.
Darüber, wie die konkrete Arbeit an diesem Film aussah, wie DE FACTO seine filmische Form gefunden hat, wollen wir im Anschluss an die Vorführung sprechen.
(Franz Müller)
Im fsk Kino am 30. November 2025 um 20.00 Uhr
* in eigener Sache *
Am Samstag, den 20.9. zeigen wir in einer Teampremiere das Ergebnis unseres erkennungsdienstlichen Experiments, das wir vor zwei Jahren im Görlitzer Park aufgenommen haben. Weil für heute Abend Regen angekündigt ist, findet die Premiere im Datenstrudelpalast Kino 2 statt. Adresse: Torstraße 190 Ecke Tucholskystraße. Wir sind dort ab 20.00 Uhr und freuen uns auf alle, die mit uns feiern wollen.
MILLIARDEN JAHRE VOR DEM WELTUNTERGANG
22 bis 43 Minuten
Regie: Angelika Herta und Franz Müller
Produktion: Datenstrudel Jakob Hüfner, Jörn Hintzer und Franz Müller
mit: Sidney Martins, Jose van der Schoot, Anna Grisebach, Rainer Sellien, Anna de Carlo, Göksen Güntel, Thomas Gerber, Judith Seiter, Urs Fabian Winiger, Nike Fuhrmann, Abak Safaei-Rad, Barbara Rotheuler, Erdinc Güler, Jens Kraßnig, Harald Kempe, Can Iltner, Carolin Walter, Li Schiffer, Matl Findel, Michael Baute und vielen mehr…
Kamera: Matthias Schellenberg
Casting: Katrin Vorderwülbecke
Ausstattung: Juliane Friedrich
Kostüm: Katrin Berthold
Maske Barbara Rotheuler
Ton: Nikolas Mühe, Boris Manych
Regieassistenz: Anna Henckel-Donnersmarck
Produktionsleitung: Stephanie Alisch, Daniela Masili
Zuätzliche Regieassistenz: Zsuzsanna Kiraly
Bildpost: Sergeij Jurisdizkij, Nicolas Giraldon, Rudolf German
Sounddesign und Mischung: Olaf Dettinger
Artwork: Mieke Ulfig
(eingestellt von Franz)
