In ihren ersten beiden langen Filmen beschäftigt sich die Künstlerin und Filmemacherin Selma Doborac mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit und ihrer filmischen Verhandelbarkeit. Während sie sich in THOSE SHOCKING SHAKING DAYS einer möglichen Dokumentation von Kriegsgeschehen und damit einhergehenden Gräueltaten ausschließlich über die essayistische Form und rhetorische Fragen nähert, findet Selma Doborac in DE FACTO filmische Antworten in der durchdachten Reduktion einer akribischen Recherche.
Man merkt diesem kristallklaren Film an, wie viel Fühl- und Denkarbeit er seiner Regisseurin, aber auch den Schauspielern abverlangt hat, um Unfassbares greifbar, für Momente sogar begreifbar zu machen, wie viel über die richtige Distanz, das richtige Maß von Abstraktion und Information, über Spiel und Nicht-Spiel nachgedacht und probiert wurde, um dem, was man eine wahrhaftige Auseinandersetzung mit diesen leider eben nicht unmenschlichen, sondern allzu menschlichen Verbrechen nennen könnte, einen Schritt näher zu kommen.
Darüber, wie die konkrete Arbeit an diesem Film aussah, wie DE FACTO seine filmische Form gefunden hat, wollen wir im Anschluss an die Vorführung sprechen.
(Franz Müller)
Im fsk Kino am 30. November 2025 um 20.00 Uhr
Der Arbeitstitel des Filmprojektes, das ich zur Zeit vorbereite ist „GOLD“. Die Geschichte ist im Spätsommer 1897 in Kanada angesiedelt. Eine Gruppe von deutschen Einwanderern aus New York macht sich auf den langen Weg zu den kürzlich entdeckten Goldfeldern im weit entfernten Yukon-Territorium im Norden Kanadas. Die Teilnehmer der Gruppe haben sich für die (billige) Inland-Route quer durch Kanada entschieden. Was sie nicht wissen ist, dass ihre Route zu großen Teilen durch unwegsames, unerschlossenes Terrain führt.
Mein Ausgangspunkt waren Tagebücher von Teilnehmern des Goldrausches und die zahlreichen historischen Fotos, auf die ich in diesem Zusammenhang gestoßen bin.
Aktueller Stand: Finanzierung, vorgesehener Drehtermin ist der Sommer 2012.
Die Abbildungen zeigen ein historisches Foto aus der Zeit des Klondike-Goldrausches (oben) und ein Foto, das ich während einer Recherche-Reise letzten Sommer in der Umgebung von Telegraph Creek/British Columbia gemacht habe.
Thomas Arslan, März 2011
(Eingestellt von Christoph)
