In ihren ersten beiden langen Filmen beschäftigt sich die Künstlerin und Filmemacherin Selma Doborac mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit und ihrer filmischen Verhandelbarkeit. Während sie sich in THOSE SHOCKING SHAKING DAYS einer möglichen Dokumentation von Kriegsgeschehen und damit einhergehenden Gräueltaten ausschließlich über die essayistische Form und rhetorische Fragen nähert, findet Selma Doborac in DE FACTO filmische Antworten in der durchdachten Reduktion einer akribischen Recherche.
Man merkt diesem kristallklaren Film an, wie viel Fühl- und Denkarbeit er seiner Regisseurin, aber auch den Schauspielern abverlangt hat, um Unfassbares greifbar, für Momente sogar begreifbar zu machen, wie viel über die richtige Distanz, das richtige Maß von Abstraktion und Information, über Spiel und Nicht-Spiel nachgedacht und probiert wurde, um dem, was man eine wahrhaftige Auseinandersetzung mit diesen leider eben nicht unmenschlichen, sondern allzu menschlichen Verbrechen nennen könnte, einen Schritt näher zu kommen.
Darüber, wie die konkrete Arbeit an diesem Film aussah, wie DE FACTO seine filmische Form gefunden hat, wollen wir im Anschluss an die Vorführung sprechen.
(Franz Müller)
Im fsk Kino am 30. November 2025 um 20.00 Uhr
Heute beginnen die Vorführungen der Berlinale Shorts. In fünf Blöcken gebündelte Kurzfilme, die nichts mit der üblichen Ware zu tun haben. Ein weltweiter Umblick und wenn einem einer nicht gefällt beginnt bald der nächste. Meine Lieblingsfilme sind:
SOME ACTIONS WHICH HAVEN’T BEEN DEFINED YET IN THE REVOLUTION von Sun Xun (China)
ANESTHESIA von Kim Souk-young (Republik Korea) (beide Berlinale Shorts Programm I)
THE LOST LAND von Zhao Yan (China) (Berlinale Shorts Programm II)
RAFA von Joao Salviza (Portugal / Frankreich) (Berlinale Shorts Programm III)
KARRABING! LOW TIDE TURNING (Australien)
von Liza Johnson lief 2010 der sehr schöne IN THE AIR (Berlinale Shorts Programm IV)
VILAINE FILLE MAUVAIS GARÇON von Justine Triet (Frankreich) (Berlinale Shorts Programm V)
(Eingestellt von Saskia)
Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
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richtig, da sind sie.
Saskia, warum nennst Du nicht die FilmemacherInnen?
c