In ihren ersten beiden langen Filmen beschäftigt sich die Künstlerin und Filmemacherin Selma Doborac mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit und ihrer filmischen Verhandelbarkeit. Während sie sich in THOSE SHOCKING SHAKING DAYS einer möglichen Dokumentation von Kriegsgeschehen und damit einhergehenden Gräueltaten ausschließlich über die essayistische Form und rhetorische Fragen nähert, findet Selma Doborac in DE FACTO filmische Antworten in der durchdachten Reduktion einer akribischen Recherche.
Man merkt diesem kristallklaren Film an, wie viel Fühl- und Denkarbeit er seiner Regisseurin, aber auch den Schauspielern abverlangt hat, um Unfassbares greifbar, für Momente sogar begreifbar zu machen, wie viel über die richtige Distanz, das richtige Maß von Abstraktion und Information, über Spiel und Nicht-Spiel nachgedacht und probiert wurde, um dem, was man eine wahrhaftige Auseinandersetzung mit diesen leider eben nicht unmenschlichen, sondern allzu menschlichen Verbrechen nennen könnte, einen Schritt näher zu kommen.
Darüber, wie die konkrete Arbeit an diesem Film aussah, wie DE FACTO seine filmische Form gefunden hat, wollen wir im Anschluss an die Vorführung sprechen.
(Franz Müller)
Im fsk Kino am 30. November 2025 um 20.00 Uhr
„Anstatt sich eine Dramaturgie vorzustellen, die darauf gründet ständig zu erfinden, was als nächstes kommt, definiere ich den Hintergrund der Figuren, die soziale Realität und suche nach einer Dramaturgie, die darauf gründet, wie sich dieses Konstrukt verschiebt und verändert.”
RAZVAN RADULSECU
(Co-Autor von MUTTER UND SOHN / TUESDAY, AFTER CHRISTMAS /
DER TOD DES HERRN LAZARESCU)
Zu Gast bei REVOLVER LIVE # 37
Am Freitag, den 25.4. / Um 20 Uhr / Roter Salon der Volksbühne
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