Unser Heft 50 ist gerade frisch aus der Druckerei eingetroffen. Darin auch das Interview mit Sohrab Shahid Saless von 1977 "Stilles Leben in der Fremde", wiederabgedruckt im dreibändigen Werk "Die langen Ferien des Sohrab Shahid Saless. Annäherungen an ein Leben und Werk" von Behrang Samsami. Am 28. Juni 2024 wäre Saless achtzig geworden. Ein Gastbeitrag zum Anlass.
Heute abend, 20 h, in der Reihe PAPAS KINO?, im Zeughaus:
Georg Tresslers DAS TOTENSCHIFF (D 1959). Mit Horst Buchholz, Mario Adorf, Helmut Schmid, Elke Sommer. Wer kommt mit?
„Revolver Filmclub” ist ein unregelmässiger gemeinsamer Kinoabend mit angeschlossener Netzöffentlichkeit. Aber vielleicht kommt ja auch eine analoge Diskussion zu Stande?
(Eingestellt von Christoph)
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Lukas Förster hat seinen Eindruck auf seinem Blog gepostet:
http://somedirtylaundry.blogspot.de/2012/04/das-totenschiff-georg-tressler-1959.html
Von diesem Film ausgehend bin ich also auf der Seite der Oberhausener … Wenders (der 1962 erst 17 war, aber im Windschatten des Manifests groß geworden ist) schreibt auf der Cannes-Seite zum deutschen Kino der 50er: „They could have been our fathers, but we neither sought them out nor accepted them.” Christoph
Nicht die versprochene Glanzstunde des deutschen Kinos. Michael Baute und Lukas Förster lobten im Gespräch danach die „Körperlichkeit” (Baute) und „tänzerische Choreographie” (Förster) und schienen recht angetan. Ich war nicht glücklich mit dem Film. Die mässigende, altbackene Dramaturgie arbeitet gegen den Roman; Tressler kann sich den Stoff aber doch nicht ganz aneignen. Vom existenzialistischen Furor der Vorlage bleiben nur Schnörkel im Dialog – der Film bewegt sich in seiner Tonart uneben zwischen UFA-Schmelz (eine Spielart des „poetischen Realismus”) und Abenteuer-Reisser. Auch wenn die Bilder der harten Bedingungen auf See beeindruckend sind, das Spiel hebt diese Härte gleich wieder auf, an Buchholz perlt jede Strapaze ab, Adorfs Figur schlingert unschlüssig zwischen sentimental und zynisch, bleibt im Zweifel harmlos äusserlich, wie der Rest des Films. Adorfs Wahn am Ende bleibt so sehr Behauptung wie die Freundschaft mit Buchholz zuvor; am Unerträglichsten aber war mir die Liebesgeschichte zwischen Buchholz und Sommer. Sie ist dienstwillig von der ersten Sekunde an, anbiedernd in ihrem Interesse, verhält sich gegen jede Erfahrung, ohne dass man die Ausnahme der Begegnung, den Funken, spüren könnte. Eine Männerfantasie…