In ihren ersten beiden langen Filmen beschäftigt sich die Künstlerin und Filmemacherin Selma Doborac mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit und ihrer filmischen Verhandelbarkeit. Während sie sich in THOSE SHOCKING SHAKING DAYS einer möglichen Dokumentation von Kriegsgeschehen und damit einhergehenden Gräueltaten ausschließlich über die essayistische Form und rhetorische Fragen nähert, findet Selma Doborac in DE FACTO filmische Antworten in der durchdachten Reduktion einer akribischen Recherche.
Man merkt diesem kristallklaren Film an, wie viel Fühl- und Denkarbeit er seiner Regisseurin, aber auch den Schauspielern abverlangt hat, um Unfassbares greifbar, für Momente sogar begreifbar zu machen, wie viel über die richtige Distanz, das richtige Maß von Abstraktion und Information, über Spiel und Nicht-Spiel nachgedacht und probiert wurde, um dem, was man eine wahrhaftige Auseinandersetzung mit diesen leider eben nicht unmenschlichen, sondern allzu menschlichen Verbrechen nennen könnte, einen Schritt näher zu kommen.
Darüber, wie die konkrete Arbeit an diesem Film aussah, wie DE FACTO seine filmische Form gefunden hat, wollen wir im Anschluss an die Vorführung sprechen.
(Franz Müller)
Im fsk Kino am 30. November 2025 um 20.00 Uhr
Der 12 min Film »Berlin-München-Berlin — Der Filmkritiker Michael Althen« entstand 1991 als Beitrag für ein Berlinale-Programm des WDR namens »Keine Festivalberichterstattung«.
Regie: Romuald Karmakar
Redaktion: Helmut Merker
Kamera: Bernd Neubauer, Martin Leckert
Schnitt: Igor Patalas
WDR, 1991
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Romuald Karmakar hat diesen schönen, kurzen Film aus gegebenem Anlass in seinem Youtube-Channel cinekarmakar veröffentlicht. Michael Althen spricht darin frei und ehrlich über seine Arbeit als Filmkritiker der Süddeutschen Zeitung bei der Berlinale 1991. Er wird greifbar als Person, als Kritiker und Gegenüber in der Diskussion.
Siehe auch: michaelalthen.de
(Eingestellt von Benjamin)