In ihren ersten beiden langen Filmen beschäftigt sich die Künstlerin und Filmemacherin Selma Doborac mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit und ihrer filmischen Verhandelbarkeit. Während sie sich in THOSE SHOCKING SHAKING DAYS einer möglichen Dokumentation von Kriegsgeschehen und damit einhergehenden Gräueltaten ausschließlich über die essayistische Form und rhetorische Fragen nähert, findet Selma Doborac in DE FACTO filmische Antworten in der durchdachten Reduktion einer akribischen Recherche.
Man merkt diesem kristallklaren Film an, wie viel Fühl- und Denkarbeit er seiner Regisseurin, aber auch den Schauspielern abverlangt hat, um Unfassbares greifbar, für Momente sogar begreifbar zu machen, wie viel über die richtige Distanz, das richtige Maß von Abstraktion und Information, über Spiel und Nicht-Spiel nachgedacht und probiert wurde, um dem, was man eine wahrhaftige Auseinandersetzung mit diesen leider eben nicht unmenschlichen, sondern allzu menschlichen Verbrechen nennen könnte, einen Schritt näher zu kommen.
Darüber, wie die konkrete Arbeit an diesem Film aussah, wie DE FACTO seine filmische Form gefunden hat, wollen wir im Anschluss an die Vorführung sprechen.
(Franz Müller)
Im fsk Kino am 30. November 2025 um 20.00 Uhr
|
(RESULTS: Cobie Smulders, Guy
Pearce) |
Was passiert, wenn Andrew Bujalski statt mit Laien einen Film mit Hollywood-Schauspielern dreht?
Vermutlich schaut er sich erstmal seine „Stars“ (Guy Pearce, Cobie Smulders) an und überlegt, was das für Menschen in real life sein könnten. Bei den Körpern der beiden liegt das auf der Hand: Fitnesstrainer. So entwickelte er eine charmante Rom Com über die Grenzen des Personal Trainings.
Bujalski zeigt Nutzen und Wahn der Selbstoptimierung und so viel sei verraten: Die „perfekten“ Personal Trainer brauchen dringend Hilfe von ihren „fetten“ verzweifelten Kunden. Da ich nie wusste, in welche Richtung sich die Handlung des Films bewegt, konnte ich mich ganz dem Moment überlassen. Durch diese kluge Offenheit richtet sich der Blick auf die vielen schönen Details.
Alleine schon die abgedrehte Performance von Kevin Corrigan macht den Film für mich sehenswert. Guy Pearce, Cobie Smulders und Giovanni Ribisi verzichten auf Make Up und gehen ganz in den Situationen auf, so dass im Schauspiel diese unbewussten Momente und tastenden Suchbewegungen entstehen, die ich an Bujalskis Filmen so liebe.
Beim Sundance lief RESULTS im US-Wettbewerb, auf der Berlinale ist er leider nur auf dem European Film Market zu sehen.
(nic)