In ihren ersten beiden langen Filmen beschäftigt sich die Künstlerin und Filmemacherin Selma Doborac mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit und ihrer filmischen Verhandelbarkeit. Während sie sich in THOSE SHOCKING SHAKING DAYS einer möglichen Dokumentation von Kriegsgeschehen und damit einhergehenden Gräueltaten ausschließlich über die essayistische Form und rhetorische Fragen nähert, findet Selma Doborac in DE FACTO filmische Antworten in der durchdachten Reduktion einer akribischen Recherche.
Man merkt diesem kristallklaren Film an, wie viel Fühl- und Denkarbeit er seiner Regisseurin, aber auch den Schauspielern abverlangt hat, um Unfassbares greifbar, für Momente sogar begreifbar zu machen, wie viel über die richtige Distanz, das richtige Maß von Abstraktion und Information, über Spiel und Nicht-Spiel nachgedacht und probiert wurde, um dem, was man eine wahrhaftige Auseinandersetzung mit diesen leider eben nicht unmenschlichen, sondern allzu menschlichen Verbrechen nennen könnte, einen Schritt näher zu kommen.
Darüber, wie die konkrete Arbeit an diesem Film aussah, wie DE FACTO seine filmische Form gefunden hat, wollen wir im Anschluss an die Vorführung sprechen.
(Franz Müller)
Im fsk Kino am 30. November 2025 um 20.00 Uhr
Vorvorfreude: Paul Feigs Film „Bridesmaids“ startet am 21.7. im Kino. Paul Feig hat als Autor und Regisseur erheblichen Anteil an einer der schönsten Fernsehserien: „Freaks and Geeks“. Jetzt hat er eine erste Komödie fürs Kino gemacht. Wer die Serie kennt, weiß, dass das kein schlechter Film sein kann. Produziert hat wie bei „Freaks and Geeks“ Judd Apatow. Die Chancen stehen gut, dass der Film in der Originalfassung im Cinestar am Potsdamer Platz zu sehen sein wird.
(Eingestellt von Franz)

