In ihren ersten beiden langen Filmen beschäftigt sich die Künstlerin und Filmemacherin Selma Doborac mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit und ihrer filmischen Verhandelbarkeit. Während sie sich in THOSE SHOCKING SHAKING DAYS einer möglichen Dokumentation von Kriegsgeschehen und damit einhergehenden Gräueltaten ausschließlich über die essayistische Form und rhetorische Fragen nähert, findet Selma Doborac in DE FACTO filmische Antworten in der durchdachten Reduktion einer akribischen Recherche.
Man merkt diesem kristallklaren Film an, wie viel Fühl- und Denkarbeit er seiner Regisseurin, aber auch den Schauspielern abverlangt hat, um Unfassbares greifbar, für Momente sogar begreifbar zu machen, wie viel über die richtige Distanz, das richtige Maß von Abstraktion und Information, über Spiel und Nicht-Spiel nachgedacht und probiert wurde, um dem, was man eine wahrhaftige Auseinandersetzung mit diesen leider eben nicht unmenschlichen, sondern allzu menschlichen Verbrechen nennen könnte, einen Schritt näher zu kommen.
Darüber, wie die konkrete Arbeit an diesem Film aussah, wie DE FACTO seine filmische Form gefunden hat, wollen wir im Anschluss an die Vorführung sprechen.
(Franz Müller)
Im fsk Kino am 30. November 2025 um 20.00 Uhr
Wenn Vertrautes fremd wirkt: Ein kurzer Film des philippinischen Regisseurs John Torres.
In Heft 20 ist ein sehr lesenswerter Text von John zu finden, in dem er die filmische Suche nach einem Film beschreibt.
(Eingestellt von Nicolas)
Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
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Lieber Nicolas, habe Torres 2010 in Jeonju, Südkorea, kennen gelernt. Hier ein Clip aus meiner Mini-Reihe FILMMAKERS PRESENT, in der über seinen Film, der auch einen wunderschönen Titel hat, erzählt. Gruß, Romuald
http://www.youtube.com/watch?v=NiVqEU2iyVI
Danke für den Hinweis, wirklich ein schöner Titel!
Macht mich neugierig auf den Film.
Yours Nicolas