In ihren ersten beiden langen Filmen beschäftigt sich die Künstlerin und Filmemacherin Selma Doborac mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit und ihrer filmischen Verhandelbarkeit. Während sie sich in THOSE SHOCKING SHAKING DAYS einer möglichen Dokumentation von Kriegsgeschehen und damit einhergehenden Gräueltaten ausschließlich über die essayistische Form und rhetorische Fragen nähert, findet Selma Doborac in DE FACTO filmische Antworten in der durchdachten Reduktion einer akribischen Recherche.
Man merkt diesem kristallklaren Film an, wie viel Fühl- und Denkarbeit er seiner Regisseurin, aber auch den Schauspielern abverlangt hat, um Unfassbares greifbar, für Momente sogar begreifbar zu machen, wie viel über die richtige Distanz, das richtige Maß von Abstraktion und Information, über Spiel und Nicht-Spiel nachgedacht und probiert wurde, um dem, was man eine wahrhaftige Auseinandersetzung mit diesen leider eben nicht unmenschlichen, sondern allzu menschlichen Verbrechen nennen könnte, einen Schritt näher zu kommen.
Darüber, wie die konkrete Arbeit an diesem Film aussah, wie DE FACTO seine filmische Form gefunden hat, wollen wir im Anschluss an die Vorführung sprechen.
(Franz Müller)
Im fsk Kino am 30. November 2025 um 20.00 Uhr
Gestern im Kino: BRIDESMAIDS. Regie: Paul Feig. Als Novize im Apatow-Universum kann ich keine Vergleiche anstellen, auch die legendäre Apatow-Feig-Serie FREAKS AND GEEKS (USA, 1999-2000) kenne ich (noch) nicht, aber der Film schien mir geradezu „unvergleichlich” gut, überraschend welthaltig und dabei wirklich sehr sehr komisch. Kristen Wiig, die die Hauptrolle spielt und am Drehbuch massgeblich beteiligt war, hat nicht nur funny bones und Einfälle, die präzise Beobachtung und Irrwitz vereinen, sie gibt ihrer Figur auch eine menschliche Dimension, wie sie im amerikanischen Kino überhaupt rar geworden ist. Unbedingt sehenswert, und unbedingt im Original.
Auf Cargo gibt es ein hörenswertes Gespräch mit Kristen Wiig, das Bert Rebhandl geführt hat.
(Eingestellt von Christoph)
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Habe ihn Gestern gesehen:
Irre witzig und liebenswert zugleich – ohne in den
Standard-Klamauk abzudriften.
Vielleicht die bis jetzt beste Komödie des Jahres!